Josef sucht auf dem Viehmarkt ein Lastentier. Alle wollen mit Josef und Maria nach Bethlehem - vor allem aber der angeberische Ochse Donald, der sich als am stärksten von allen erachtet. Ein Rennpferd namens Erdoganus prahlt mit seiner Schnelligkeit, während die Kuh Vladimir für sich reklamiert, sie habe immer frische Milch für die Familie. Ein namenloses Schaf hilft da auch nicht weiter. Diese etwas ungewöhnliche Version der Geschehnisse der Heiligen Nacht erzählte "Nikolaus" Tom Sauer seinem staunenden Steinberger Publikum beim sonntäglichen Gottesdienst. Mit dabei hatte er einen reich gefüllten Geschichtenkorb mit zauberhaften, von ihm selbst hergestellten kleinen Holzfiguren und seine Gitarre.

Damit erzählte und musizierte er seine Geschichte, wer denn nun Josef und Maria auf ihrem Weg nach Bethlehem begleiten darf. Da sich Josef einen Esel sucht, ziehen die anderen Tiere zu einem Bauern, der im Gasthof mit Stall in Bethlehem lebt. Dorthin gehen Maria und Josef. Zuvor ist Donald dort schon eingezogen und beschwert sich prompt, dass das Pferd und die Kuh auch noch im Stall sind. Es gibt handfeste Streitigkeiten. Als Maria auf einem Esel ankommt, lacht der Ochse, und es gibt noch mehr Streit, bis dieser von hinzukommenden Engeln beendet wird. Traurig und bockig zieht sich Donald nach hinten zurück. Dann aber ist Ruhe, und alle bestaunen das Kind. Die Tiere durften als Erste Gottes Sohn in Empfang nehmen.

Nach der heiter-nachdenklichen Erzählung, zu der Sauer in gewohnter Weise immer neue Requisiten hervorzauberte, ließ er seine aufgebaute "Geschichte" noch 15 Minuten stehen, damit sie die Kinder bei Gitarren-Musik bestaunen konnten.

Die Pfarrei St. Pankratius freute sich sehr über den - unter Einhaltung aller Corona-Maßgaben ermöglichten - Nikolaus-Besuch. Verkleidet als "echter" Nikolaus mit Mitra und Bischofsstab rückte dabei Tom Sauer den heiligen Bischof von Myra, Nothelfer und Schutzpaton, in den Mittelpunkt, anstelle des oftmals gängigen Weihnachtsmannes, der Symbolfigur weihnachtlichen Schenkens.

Selbstlosigkeit und Nächstenliebe

Die Legenden über den Bischof von Myra zeugen von Güte, Selbstlosigkeit und Nächstenliebe. An diese Werte erinnerte auch der Nikolaus aus Fairtrade-Schokolade. Für alle anwesenden Kinder, die sich zuvor zum Gottesdienst anmelden mussten, lag auf ihrem Platz ein solcher, von der Pfarrei gesponserter Nikolaus des Bonifatiuswerks bereit. Dessen Erlöse kommen neben einem fairen Lohn für die Kleinbauern auch wohltätigen Zwecken zugute.

Als Signal für den Glauben ist die einzeln in einer Geschenkverpackung verpackte Vollmilchfigur nicht nur eine feine Nascherei, sondern bewirkt zugleich auch viel Gutes - ebenso wie Tom Sauer, der in seiner Nikolaus-Funktion Spenden für seinen Verein "Humanitäre Hilfe für Menschen in Not e. V." in Weißenbrunn sammelt. Dieser unterstützt Menschen in schwierigen Lebenssituationen und leistet Hilfe zur Selbsthilfe. hs