Grund zur Freude hatte vor kurzem die Freiwillige Feuerwehr Marktleugast, als das neue TLF 4000 offiziell übergeben wurde. Zwar war die Einweihungsfeier in einem größeren Rahmen geplant und sollte den Auftakt zur 150-Jahr-Feier der FFW darstellen, die aktuell steigenden Coronazahlen machten der Wehr aber einen Strich durch die Rechnung.

Pater Silvester und Pfarrer Müller aus Mannsflur spendeten den kirchlichen Segen und wünschten allzeit gute Fahrt mit dem neuen Fahrzeug.

18 Tonnen Gewicht und 340 PS

Kommandant Hans Kögler der seitens der Feuerwehr Marktleugast maßgeblich für die Beschaffung verantwortlich war, nannte anschließend einige technische Details zum neuen Fahrzeug. Das Tanklöschfahrzeug wurde von der Firma Magirus Ulm auf einem MAN-Fahrgestell mit 18 Tonnen Gesamtgewicht und 340 PS aufgebaut. Neben 5000 Litern Löschwasser werden 750 Liter Schaummittel mitgeführt. Eine Wärmebildkamera, ein Greifzug und eine Rettungssäge komplettieren die Standardausrüstung. Außerdem verfügt das Fahrzeug über spezielle Löschtechnik zur Bekämpfung von Waldbränden.

Bürgermeister Franz Uome zeigte die Fahrzeugbeschaffung auf. Dem Antrag auf Ersatzbeschaffung im Jahr 2017 folgte der einstimmige Beschluss des Gemeinderates am 25. September 2018. Nach der Submission am 17. Mai 2019 und der Vergabe erfolgten zahlreiche Gespräche mit dem Aufbauhersteller Magirus in Ulm, bevor das Fahrzeug letztlich Anfang Oktober nach 14 Monaten Bauzeit in Empfang genommen wurde.

370 000 Euro ausgegeben

Auf Initiative des Kommandanten Kögler fand sich mit der Feuerwehr der Stadt Kemnath ein Partner, der ein baugleiches Fahrzeug anschaffen wollte. Und dies stellte sich für den Markt Marktleugast als Glücksfall heraus, wie Uome weiter ausführte: Nicht nur dass der Freistaat Bayern einen um zehn Prozent höheren Zuschuss aufgrund der interkommunalen Zusammenarbeit gewährte, sondern auch die Kosten für ein Ingenieurbüro konnten eingespart werden, da die Stadt Kemnath über das notwendige Know-how für die Ausschreibung der beiden Fahrzeuge verfügte.

Auch auf die Kosten ging Bürgermeister Uome ein: 370 000 Euro wurden für Fahrgestell, Aufbau und Beladung am Ende ausgegeben. Abzüglich der Zuschüsse des Freistaates Bayern (126 500 Euro) und des Landkreises Kulmbach (90 000 Euro) sowie abzüglich des Erlöses für das alte Fahrzeug verbleibe beim Markt Marktleugast ein Eigenanteil von 133 000 Euro.

Landrat Klaus Peter Söllner überbrachte in seinem Grußwort die Glückwünsche des Landkreises Kulmbach. Er hob die Bedeutung der Feuerwehren im Katastrophenschutz hervor und verwies auch nochmals auf die großen Vegetations- und Waldbrände der vergangenen Jahre, die die Region hier zuvor noch nicht in dieser Größenordnung gekannt habe. Deshalb habe auch der Kreistag mit den erhöhten Förderungen ein Zeichen gesetzt und für überörtlich bedeutsame Fahrzeuge wie Drehleitern und Großtanklöschfahrzeuge erhöhte Förderungen bereitgestellt. Auch die gute Ausbildung und vor allem die Nachwuchsarbeit der Feuerwehr Marktleugast betonte der Landrat nochmals ausdrücklich.

Feuerwehr stellt Gasmesskoffer

Kreisbrandrat Stefan Härtlein gratulierte im Namen der Landkreisführungskräfte und zeigte die Schlagkraft der Marktleugaster Wehr auf. Er appellierte an alle, eine umfassende Ausbildung mit dem neuen Fahrzeug zu betreiben. Ein Großtanklöschfahrzeug habe sich am Standort Marktleugast bewährt, das habe auch schon das damals gebraucht beschaffte Vorgängerfahrzeug bewiesen, und es sei aus der Einsatztaktik des Landkreises Kulmbach nicht mehr wegzudenken.

Zum Schluss hatte Kommandant Hans Kögler noch eine Überraschung parat: Denn auch der Feuerwehrverein wird sich an dem Fahrzeug beteiligen und stellt einen Gasmesskoffer im Wert von 5000 Euro als zusätzlichen Ausrüstungsgegenstand zur Verfügung.

Nach zweiwöchiger intensiver Ausbildung soll das Fahrzeug dann auch für Einsätze zur Verfügung stehen. red