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Bad Rodach

Neues Leben in alter Mühle

Aus einem denkmalgeschützten Gebäude soll ein Seminarort werden. Die Bad Rodacher Räte finden den Vorschlag gut.
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Aus der Mühle in Heldritt soll ein moderner Seminarort mit Übernachtungsmöglichkeiten werden. Die sehr detaillierten Pläne für das Projekt wurden dem Stadtrat ausführlich vorgestellt.  Foto: Aldo Lütgenau
Aus der Mühle in Heldritt soll ein moderner Seminarort mit Übernachtungsmöglichkeiten werden. Die sehr detaillierten Pläne für das Projekt wurden dem Stadtrat ausführlich vorgestellt. Foto: Aldo Lütgenau

Seit 1998 wohnen und arbeiten Karin und Aldo Lütgenau in der idyllisch gelegenen Mühle in Heldritt. Das unter Denkmalschutz stehende Ensemble soll nach den Vorstellungen der Eheleute neue Weihen erfahren. Dem Stadtrat stellte der Hausherr seine Überlegungen vor, wie für das in die Jahre gekommene Anwesen die wirtschaftliche Grundlage geschaffen werden kann, die Gebäude zu erhalten.

In einer sehr detaillierten Ausarbeitung erläuterte Lütgenau, dass aus der Mühle ein Seminarort mit Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie entstehen soll. Konkret sieht der Plan vor, die vorhandenen Gebäude so umzugestalten, dass zwei Tagungsräume, sieben Einzel- und drei Mehrbettzimmer, zwei Apartments, Sozialräume, ein Raum der Stille sowie ein Café untergebracht werden. Auf der Freifläche soll nach seinen Vorstellungen ein Wiesencafé sowie bis zu acht so genannte "Tiny-Häuser" mit Platz für zwei bis vier Personen entstehen. Die Gesamtfläche der bebaubaren Bereiche umfasst 12298 Quadratmeter.

Erfreut zeigte sich Lütgenau, dass er vonseiten des Denkmalschutzes bereits "grünes Licht" bekommen hat. "Die Behörde bewies sich hier nicht als Verhinderer, sondern mehr als Förderer", betonte Lütgenau, der auch darauf verwies, dass er bei einer Begehung mit dem Landratsamt auf "offene Ohren" gestoßen sei. Dass sein Vorhaben schon konkrete Gestalt angenommen hat, konnte nicht nur den vorgelegten Planungsunterlagen entnommen werden, sondern auch der Tatsache, dass das Zentrum Bayern für Familie und Soziales das Projekt als Inklusionsbetrieb finanziell fördern wird. Der zukünftige Bauherr erläuterte hierzu, dass er und seine Frau in der Heldritter Mühle Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen werden.

Wichtig war für ihn die Feststellung, dass bei dem Projekt ökologische Baustoffe verwendet werden, ein zukunftsweisendes Energiekonzept vorliegt, eine ansprechende bauliche Gestaltung umgesetzt wird und Regionalität und Biodiversität in der Mühle Einzug halten.

Ambitioniertes Projekt

Als ambitioniert, aber zu Heldritt passend, bezeichnete Zweiter Bürgermeister Ernst-Wilhelm Geiling (FW) das Projekt. Allerdings konnte er sich nicht damit anfreunden, dass alle Dachformen dort möglich sein sollen. "Pult- oder Flachdächer passen dort nicht hin", meinte Geiling. Michael Pertsch (SPD) lobte den Vortag als ein "super Konzept". Kritisierte allerdings die geplante Erschließung über den "Gauerstadter Berg". "Das ist ein Wirtschaftsweg, der eine Erschließung nicht hergibt." Christoph Herold (CSU) wies darauf hin, dass die Frage der Entwässerung eindeutig geklärt werden müsste.

Für Bürgermeister Tobias Ehrlicher steht fest, dass das Vorhaben ein großer Gewinn für die Kurstadt und ein Gewinn für die gesamte Region sein wird. Nachdem aus dem Stadtrat keine grundlegende Kritik kam, ist der Weg für Karin und Aldo Lütgenau frei, die Bauleitplanung weiter voranzutreiben. Als zeitliches Ziel für die Umsetzung hat sich das Ehepaar das kommende Jahr gesetzt.

Geändert werden musste der Flächennutzungsplan im Bereich der Rodacher Straße im Stadtteil Gauerstadt. Moritz Regenspurger (CSU) nahm dies zum Anlass nachzufragen, welcher zeitliche Aufwand für die Verwaltung hinter so einer Änderung stehe und ob sich Änderungen von Flächennutzungsplänen vermeiden ließen, wenn man "gescheit nachgedacht" hätte. Ehrlicher führte vor Augen, dass sich der zeitliche Aufwand nicht pauschal festlegen ließe. Dies sei nach seinen Worten von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Grob schätzte er den Zeitaufwand zwischen zehn und 100 Stunden. Weiter meinte er: "Auch wenn wir gescheit nachgedacht hätten, kann es immer wieder dazu kommen, dass jemand anders bauen will, als es die Verwaltung geplant hat."