Einen Gang in die Unterwelt absolvierte der Stettfelder Gemeinderat. Allerdings nur virtuell. Das Gremium sah Videobilder von den Kanälen im Rudendorfer Weg, die markante Schäden sichtbar machen. Noch im Dezember soll vor Ort eine Besichtigung stattfinden, um dieses Straßenstück zu Beginn des nächsten Jahres zu sanieren.

Planer Peter Ruck vom Technischen Büro Werner zeigte die Bilder der TV-Untersuchung aus dem Rudendorfer Weg von der Einmündung Gartenstraße bis zur Einmündung Schönbrunner Straße. Die auffallendsten Schäden befinden sich an den Hausanschlüssen. Offenbar sind Anschlüsse nicht fachgerecht eingebaut worden. Manche Anschlüsse sind versandet oder verstopft. Dass hier überhaupt noch Abwasser abfließen kann?

Es soll schnell gehen

Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) vertrat die Meinung, dass die Gemeinde um ein Sanierungskonzept nicht herumkomme. Ingenieur Ruck soll bis zum 16. Dezember eine Kostenberechnung vorlegen, um dann das weitere Vorgehen zu besprechen. Stettfeld muss mit einem Betrag von rund 200 000 Euro rechnen, der für Kanalsanierung, Wasserleitung und die Herstellung der Oberfläche der Straße aufzubringen ist.

Gemeinderat Werner Rümer (DG) fragte nach den Ergebnissen der Kanalspülungen in anderen Bereichen. Bürgermeister Hartlieb bestätigte, dass die Gemeinde früher bis zu 50 Prozent Fremdwasser hatte - eindeutig zu viel - und dies nun nicht mehr vorhanden sei. Jetzt habe man fast zu wenig Wasser, sagte er. Als Probleme bezeichnete er die vielen Feuchtpapiere und Essensreste, die dann in der Kläranlage landen.

Schwieriger gestaltete sich im Rat die Grundsatzentscheidung über die weitere Vorgehensweise zum Ausbau oder der Sanierung der Schönbrunner Straße, die in einem schlechten Zustand ist. Der Bürgermeister erinnerte an einen Beschluss vom November 2019, als eine Sanierung beschlossen worden ist, die aber nicht umgesetzt wurde.

Wenn man die Straße nach den Bestimmungen eines Straßenausbaus sanieren wolle, müsse man mit rund 120 000 Euro rechnen. Wenn man dies nicht wolle, gebe es auch einfachere Varianten. Bürgermeister Hartlieb favorisiert mit Blick auf die Anbindung des künftigen Baugebietes "Brunnwiese II" einen einfacheren Ausbau.

In den Bauausschuss

Matthias Kuhn (DG) meinte, dass man das gar nicht mehr diskutieren müsse, weil hierfür schon ein Beschluss vorliege.

Melanie Kaufhold (SPD) wollte den Ausbau von der Entscheidung zum Baugebiet "Brunnwiese" abhängig machen, und solange der Rudendorfer Weg nicht abgeschlossen sei, könne man hier nicht anfangen. Dies sollte man im Bauausschuss beraten, schlug sie vor.

Diana Galefske (DG) forderte ein Gesamtkonzept. Peter Frankenstein (CSU) hält die Schönbrunner Straße für noch befahrbar. Man sollte schauen, wie in den nächsten Monaten Zuschüsse in die Gemeindekasse zurückfließen, und dann könne man den Ausbau angehen, sagte er.

Der Gemeinderat einigte sich darauf, die Fragen bei einer Ortsbesichtigung zu klären.

Antrag der Feuerwehr

Im weiteren Verlauf ging es um einen Antrag der Feuerwehr Stettfeld auf Kostenübernahme für den Lkw-Führerschein der Klasse C für aktive Feuerwehrleute. Bürgermeister Hartlieb sprach von einer Liste von Wünschen der Feuerwehr Stettfeld, die man nach und nach in den Haushaltsplan aufnehmen müsse. "Noch besteht das Problem mit dem Fahren von Fahrzeugen nicht. Aber wir müssen Vorsorge treffen, denn die jungen Leute dürfen mit ihrem Führerschein ja nicht einmal mehr einen 7,5-Tonner fahren."

Johannes Markert (DG) informierte, dass die Wehr derzeit 40 aktive Mitglieder habe. Elf Leute dürfen alles fahren, aber unter 40 Jahre sind nur vier Personen. "Zwei davon nehmen regelmäßig an den Übungsdiensten teil und so haben wir oft nicht genügend Fahrer."

Dass eine Unterstützung der Wehrleute für einen Führerschein notwendig ist, war im Gremium unbestritten. Aber bei Kosten von 2500 bis 3000 Euro ging es darum, wie die Gemeinde es erreichen kann, dass diese Feuerwehrleute dann längerfristig bleiben. Darüber gingen die Meinungen auseinander.

Matthias Kuhn konnte sich bei Kostenübernahme eine Verpflichtung der Feuerwehrleute für längere Zeit vorstellen, was nach Meinung von Matthias Klauda, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Ebelsbach, aber nicht möglich ist. "In einer freiwilligen Feuerwehr können wir niemanden dienstverpflichten." Auch das Zurückholen von Geld oder jährliche Pauschalen, wie Udo Busch in die Diskussion einbrachte, sah man als keine Lösung an.

Vorschlag

Stephanie Pfister (SPD) verwies auf die Beschlussvorlage mit der Formulierung "Prüfung im Einzelfall". Sie könnte sich vorstellen, dass die Führungsleute der Feuerwehr und die Kommandanten ein Gespür dafür haben, wer sich engagiere und dann für längere Zeit bei der Feuerwehr bleibe.

Eine solche Person nannte Johannes Markert den gegenwärtigen Zweiten Kommandanten Jonas Viering, der sich mit 22 Jahren schon bereiterklärt habe, dieses Amt zu übernehmen. Ihn könne man nun sicherlich für die Ableistung eines Führerscheins mit Kostenübernahme vorschlagen, sagte Markert.

So kam es zum Beschluss, dass die Gemeinde Stettfeld die Kosten für den Führerschein zum Fahren des Löschgruppenfahrzeuges nach jeweiliger Prüfung des Einzelfalles übernimmt. Da bei soll darauf geachtet werden, dass nur Feuerwehrleute den Führerschein erwerben, die regelmäßig an Einsätzen und Übungen teilnehmen.

Diskussionen gab es auch um den Teilabbruch und den Neubau des Kindergartens. Für dieses Projekt gibt es seit 2016 Planungen. Nun hat das bischöfliche Ordinariat eine aktuelle Kostenschätzung gefordert.

Bürgermeister Alfons Hartlieb erinnerte daran, dass man eigentlich aus früherer Zeit eine Zuschusszusage von 20 Prozent habe, aber nicht sicher sein könne, dass diese noch gelte. Man müsse deswegen einen Architekten beauftragen, eine Kostenberechnung anzufertigen. Die Beauftragung eines Architekten erfolgte dann einstimmig.