von unserer Mitarbeiterin Lisa Kieslinger

Lichtenfels — In Deutschland sieht man in jedem Bundesland eine andere Polizeiuniform. Das liegt daran, dass die Bundesrepublik Deutschland ein Bundesstaat ist. Es gibt Aufgaben des Bundes, wie beispielsweise den Schutz der Außengrenzen. Zu den wichtigsten Aufgaben der Länder gehört die Innere Sicherheit. Jedes Bundesland hat deswegen eine eigene Polizei und kann selbst darüber entscheiden, welche Uniform getragen wird.
Da die Polizisten selbst am Besten wissen, was sie von einer guten Uniform erwarten, hat man sich für einen Trageversuch entschieden. Zunächst wurden elf Uniformkonzepte anderer Bundesländer und einiger Nachbarstaaten ausgewählt. Aktuell ist besonders das österreichische Modell in die nähere Auswahl gerückt.Aber auch die Uniform aus Baden-Württemberg wird von 50 Beamten in Bayern getestet.
Der Dienstgruppenleiter in Lichtenfels, Robert Biersch, wurde gefragt, ob er eine blaue Uniform probe tragen möchte und trägt das österreichische Modell nun seit einem guten Monat."Für mich ist es kein großer Unterschied. In Uniform fällt man immer auf, egal welche Farbe sie hat", meint Biersch.
Von Passanten sei der Dienstgruppenleiter bis jetzt nur zwei Mal auf seine Uniform angesprochen worden. "Vielleicht wirkt die dunkle Farbe auch etwas abschreckender als das Beige", erklärt er die wenigen Reaktionen. "Zudem kennen viele Leute die blaue Uniform schon aus den TV - Krimis und finden nichts mehr Spektakuläres daran". Mehr Feedback bekommt Robert Biersch aus den eigenen Reihen. "Die Kollegen schauen einen an und lassen schon ab und zu Mal einen lockeren Spruch los. Die haben mich auch schon als Captain betitelt", berichtet Biersch lachend.
Das alte Uniformkonzept stammt aus den 1970er Jahren. Im Laufe dieser langen Zeit hat sich der Hersteller des Öfteren geändert, berichtet Biersch. "Bei der beigen Uniform gab es viele verschiedene Uniformteile. Allein bei den Hosen hatte man am Ende von Jeans über Cargo-Hosen bis hin zu Bundfaltenhosen alles gemischt an". Bei den neuen Uniformen soll alles ein einheitliches Erscheinunsgbild ergeben. Robert Biersch erzählt über ein Einsatztraining vor einigen Wochen, bei dem nur Polizisten in blauer Uniform dabei waren. "Es sahen wirklich alle gleich aus, das hat man bei der beigen Uniform absolut nicht mehr." Nach einem Monat kann er noch nicht all zu viel über die neue Uniform berichten. "Wie sie nach mehreren Waschgängen aussieht, wird sich noch rausstellen", bemerkt Biersch. Beim Tragen merkt er schon einige Unterschiede. "Die neuen Hemden sind aus einem viel kräftigeren Stoff und lassen sich besser tragen als die Alten. Die Hosen hingegen sind etwas kratzig", bemerkt Biersch. Die österreichische Form des Modells macht etwas Probleme. "Die Österreicher tragen ihre Waffe über der Jacke. Wir in Bayern hingegen, haben sie unter der Jacke. Da die Hosentaschen bei der österreichischen Uniform viel weiter oben sitzen, ist es schwer unsere Waffe wie gewohnt zu tragen und gleichzeitig in die Hosentasche greifen zu können", so Biersch. Nach dem Ende des Trageversuches am 31. März. 2015 werden die Uniformen überarbeitet und , wie Herr Biersch es ausdrückte, "bayerntauglich" gemacht. Bei der Farbauswahl sollen alle uniformierten Polizistinnen und Polizisten aus ganz Bayern miteinbezogen werden. Erst danach weiß man, wie die neue Uniform 2018 aussehen soll.