Bernhard Panzer Bis zu 25 Häuser sollen die beiden kleinen Wohngebiete fassen können, die zurzeit im Herzogenauracher Ortsteil Hammerbach entstehen. Die Bebauungspläne 67 und 69 sind beschlossen und inzwischen rechtskräftig. In einer Zeit, da der Bedarf an Wohnraum in Herzogenaurach nach wie vor hoch ist, erhofft sich die Stadt damit auch ein Angebot für heimische Familien.

Im Oktober begannen auf dem Gelände unterhalb des Küchenstudios Weller die Erschließungsarbeiten. Dort entsteht auf einem guten Hektar Fläche ein Dorfgebiet, das neben Wohnen auch die Möglichkeit für nichtstörendes Gewerbe und landwirtschaftliche Nutzung gibt. Platz ist für sieben bis neun Wohnhäuser, möglich sind Einzelhäuser wie auch Doppelhäuser. Ein Bauantrag ist schon befürwortet worden: Auf einem privaten Grundstück soll ein Einfamilienhaus gebaut werden.

Straßen kommen im Frühjahr

Der Rest des Areals ist im Besitz der Stadt, ebenso wie das zweite Baugebiet, das am Ortseingang aus Richtung Beutelsdorf entsteht und ebenfalls einen guten Hektar umfasst. Dieser Bebauungsplan, offiziell Nr. 69 "Erweiterung Hammerbach Nord" genannt, sieht ein reines Wohngebiet vor. Hier können zwischen zehn und 16 Häuser gebaut werden, je nach Zuschnitt der Grundstücke. Konkrete Vorgaben gibt es nicht, "wir machen die Grundstückseinteilungen nur vorschläglich", beschreibt es Anja Wettstein, die Leiterin des Planungsamts.

Mit den beiden Flächen will die Stadt das Gebiet arrondieren. Schon im Flächennutzungsplan von 2005 ist dort Bauland vorgesehen. "Wir haben ein gutes Maß gefunden", ist Wettstein überzeugt. Man wollte nicht zu groß ausweisen und zu weit in die Landschaft hinaus gehen. Freilich sei der Bedarf an Wohnraum unverändert hoch. Kaum waren die Bebauungspläne beschlossen, schon kamen die Nachfragen, sagt die Planungsamtschefin.

Die Erschließungsarbeiten für den Bebauungsplan Nr. 67 sind etwa zur Hälfte abgeschlossen, Kanal und Wasser sind verlegt. Im Frühjahr, so informiert der Leiter des Tiefbauamts im Herzogenauracher Rathaus, Christian Bendler, geht's dann an die Straßen und die Herzo Werke verlegen Kabel für Strom und mehr. Wenn alles nach Pan läuft, kann in dem etwas kleineren der beiden Baugebiete gegen Jahresmitte 2021 mit dem Häuserbau begonnen werden.

Auch neu: Gleiwitzer Straße

Beim Bebauungsplan Nr. 69 ist man noch in der Vorplanung. Bendler rechnet damit, dass die Erschließung dort im September des kommenden Jahres starten kann. Ähnlich weit ist die Stadt mit einem dritten neuen Wohngebiet. In der Gleiwitzer Straße entsteht Wohnraum für etwa 15 Häuser. Auch dort könnte die Erschließung im August oder September 2021 beginnen.

Eine Bedingung für die Bauherren in Hammerbach wie auch in der Gleiwitzer Straße in Herzogenaurach wird es sein, dass sie zwei bestimmte Auflagen der Stadt berücksichtigen müssen. Zum einen besteht eine Solarpflicht, zum anderen muss der Standard KfW 40 eingehalten werden. Das bedeutet zum eimen, dass auf jedes Haus eine Solaranlage montiert werden muss. Diesen Beschluss hat der Stadtrat für die neuen Baugebiete getroffen. Zum anderen gilt in den Kaufverträgen KfW-40-Pflicht.

Das hat die Verwaltung, übrigens ohne Stadtratsbeschluss, so festgelegt. Im Klimaschutzbericht, der jüngst vorgelegt und abgesegnet wurde, wurde das dem Gremium als eine der für die Zukunft vorgesehenen Maßnahmen vorgetragen.

Debatte im Stadtrat

Freilich blieben die Debatten darüber nicht aus, sowohl im Planungsausschuss als auch anschließend im Stadtrat. Vor allem Konrad Körner (CSU/JU-Fraktion) wollte das nicht gefallen, die Anordnung war ihm zu eigenmächtig, er hätte gerne zuvor im Stadtrat darüber abgestimmt.

Körner erinnerte an die großen Diskussionen zur Solarpflicht. "Jetzt steht auf Folie 28, dass Kfw 40 gefordert wird", sagte er. Für ihn sei das zu wenig Mitbestimmung. Er bat darum, dieses Thema aus dem Plan für 2021 auszuklammern, da das behutsam abgewogen werden müsse. Schließlich koste das ja auch zusätzlich Geld, was besonders für junge Familien ein Erschwernis wäre.

"Muss man den Häuslebauern noch mehr zumuten?", fragte Körner in die Runde. Zur Solarpflicht stellte er noch die Frage, ob man denn sein Dach auch vermieten dürfe.

Bürgermeister German Hacker (SPD) betrachtete die Einwände in der letzten Stadtratssitzung als überzogen. "Die Maßnahme ist nebensächlich und wird überbewertet", sagte er nur. SPD-Fraktionsvorsitzender Holger Auernheimer rechnete vor, dass KfW 40 nicht zwingend teurer käme als KfW 55. Und die Klimaschutzbeauftragte Mignon Ramsbeck-Ullmann verwies auf die hohen Förderungen, die es für diesen Standard gebe, auch von der Stadt.

Es braucht Vorgaben

Letztlich stellte Bürgermeister Hacker noch fest, dass man all die letzten Jahre auf Freiwilligkeit gesetzt habe, was aber nicht funktioniere. "Man braucht Vorgaben", meinte er und stellte fest, dass das ja nur kleine Schritte seien.