Sanierung oder Neubau? Das ist für die Rannunger in Bezug auf ihre Mehrzweckhalle weiterhin die Frage. Finanzieren können sie beides nicht.


Hoffnung

Im Ergebnis sind die Rannunger mit ihrer Suche nach Fördergeldern für die Mehrzweckhalle zwar noch nicht weiter. Aber es gibt immerhin die Hoffnung, dass sich nun doch vielleicht Zuschüsse aus der Städtebauförderung für die Sanierung oder für einen Neubau lockermachen lassen. Sollten tatsächlich Mittel aus diesem Fonds fließen, könnten diese vielleicht sogar höher ausfallen als die aus dem EU-Topf Eler in Aussicht gestellten.
Nach der Vergleichsrechnung des beauftragten Architekten Stefan Richter (Bad Brückenau) muss die Kommune bei einer Sanierung ihrer 40 Jahre alten Halle mit 2,8 Millionen Euro Kosten rechnen, während der Neubau (mit Abriss der alten Halle) rund eine Million Euro mehr kosten würde.
Das Amt für Ländliche Entwicklung (Würzburg) signalisierte vor einiger Zeit, dass die Rannunger mit einem Zuschuss aus Eler rechnen können, allerdings nur in der Größenordnung von 60 Prozent einer förderfähigen Summe von 1,5 Millionen Euro.
Das sind immerhin 900 000 Euro, die die Gemeinde dann nicht selbst aufbringen muss. Dennoch kann sie, beispielsweise im Fall einer Sanierung, nicht die restlichen 1,9 Millionen Euro aus dem eigenen Säckel finanzieren. Denn der ist in Rannungen schon seit Jahren klamm. Und es gibt im Dorf schließlich weitere aktuell anstehende und kostenintensive Projekte zu finanzieren, sagt Bürgermeister Fridolin Zehner und verweist auf Beispiele wie die Kirchhofgestaltung, die Wasserversorgung und die Alte Schule.


Unterschiedliche Meinungen

Wohin die Reise nun für die Kommune gehen soll, das heißt, ob saniert oder neu gebaut wird, weiß Zehner nicht zu beantworten, denn bei beiden Maßnahmen habe sich bislang noch nicht abgezeichnet, wie die Kommune die Kosten schultern soll. Im Ratsgremium und beim TSV gebe es unterschiedliche Meinungen dazu: Die einen seien eher dafür, die Halle zu sanieren, weil die Bausubstanz an sich noch recht gut ist und der Größenzuschnitt für den Ort passt, sagt Zehner. Die andern plädieren für einen Neubau, sagt der Bürgermeister, unter anderem weil Sanierungen oft während der Bauzeit von Monat zu Monat teurer würden.


Kleinere Version?

Was man dabei seiner Ansicht nach aber bedenken muss: Damit ein möglicher Neubau finanzierbar bleibt, könnte nur die kleine Version einer Veranstaltungshalle hingestellt werden. Wie ein solches Vorhaben umsetzt werden könnte, sahen die Rannunger unlängst bei ihrem Besuch in Hollstadt. Dort wurde für 2,2 Millionen Euro eine neue Turnhalle gebaut.
Allerdings hat die keinen Keller, kein Foyer und vor allem keine Tribüne, erzählt Zehner. Letztere sei für die Rannunger aber mit das Wichtigste, denn schließlich will die Gücker- Elf weiterhin dreimal im Jahr ihre Narrensitzung dort abhalten. Der Fasching ist schließlich die Haupteinnahme des Vereins.
Die Hollstädter Halle hingegen wurde als Sporthalle konzipiert, in der man laut gesetzlicher Statuten nur viermal im Jahr große Veranstaltungen abhalten kann. In einer Mehrzweckhalle dürfen Großveranstaltungen aber laut Zehner öfter stattfinden. Allerdings sind die Vorschriften im Hinblick auf Lüftung und Brandschutz hier auch weitaus anspruchsvoller als in einer Sporthalle, weiß Zehner. Unter anderem deswegen komme eine Veranstaltungshalle auch weitaus teurer.
Zehner ist jetzt gespannt auf die Gespräche, die er in Sachen möglicher Städtebauförderung noch vor Weihnachten bei der Regierung von Unterfranken führen will. Die Mehrzweckhalle sei für Rannungen nun mal mit das wichtigste Projekt, sagt Zehner. Und das gelte nicht nur für die politische Gemeinde, sondern auch für die Bürger. 2015 hatten die Rannunger nämlich nach einer Bürgerversammlung schriftlich markieren sollen, welches der Themen ihnen am meisten am Herzen liegt. "Die meisten kreuzten damals die Halle an."