Sonnefeld — Großes Interesse und einige Nachfragen gab es, als Bürgermeister Michael Keilich (CSU) bei der Bürgerversammlung auf den derzeit laufenden Umbau der Domäne in eine Veranstaltungshalle zu sprechen kam.
Wie Keilich berichtete, sind vom veranschlagten Gesamtaufwand von rund 5,5 Millionen Euro bereits 1,5 Millionen für Umbaumaßnahmen ausgegeben worden. Rund 700 000 Euro an Zuschüssen hat die Gemeinde schon eingenommen. Mit einer Bilderserie dokumentierte Keilich die Baufortschritte. Der Bericht des Bürgermeisters reichte von unerwartet aufwändigen Gründungsarbeiten im früheren Scheunentrakt über den Innenausbau bis hin zu den Fortschritten bei der Dachsanierung. In die Neugestaltung von Grünanlagen rund um die Domäne werden historische Gebäude im Ortsmittelpunkt ebenso einbezogen wie die Klosterschule, das Umfeld der Kirche und das Rathaus.Interesse an den Planungen für den Einbau einer Bühne in die Veranstaltungshalle zeigte Jutta Aumüller. Um die Vielfalt der möglichsten Veranstaltungen in der Halle abdecken zu können, erklärte der Bürgermeister, werde die Gemeinde eine mobile Bühne einbauen.
Nach einem Belegungs- und Vermarktungskonzept fragte Dieter Büchner. Rechtzeitig vor der im kommenden Jahr vorgesehen Eröffnung der Halle will die Gemeinde nach Angaben des Bürgermeisters über den Kultur- und Sportausschuss ein Marketingkonzept auf den Weg bringen. Zusätzlich sollen die neuen Veranstaltungsräume auf der Internetseite der Gemeinde Sonnefeld präsentiert und mit Flyern beworben werden. Für größere Familienfeiern und Veranstaltungen von Ortsvereinen werden schon jetzt Vormerkungen im Rathaus entgegen genommen.
425 000 Euro hat Sonnefeld nach Angaben von Hauptamtsleiter Stefan Markus inzwischen für Ansiedlungsförderungsmaßnahmen ausgegeben. Die Zuschussmöglichkeiten aus der Gemeindekasse reichen vom Bau und Kauf über Sanierung eines Gebäudes (Weiternutzung vorhandener Bausubstanz) für Eigenbedarf bis hin zu 1000 Euro bei Geburt eines Kindes für Sonnefelder Familien. "Das hat nicht zuletzt Bauherren aus Stadt und Landkreis angelockt", sagte Markus. Trotzdem reichten die Zuzüge nicht aus, um die Bevölkerungsentwicklung positiv zu beeinflussen. Im Zehn-Jahres-Zeitraum weist die Statistik für Sonnefeld einen Verlust von über 500 auf aktuell 4919 Einwohner aus. Den stärksten Aderlass musste Gestungshausen verkraften, wo nach 749 Bürgern im Jahr 1992 heute nur noch 640 registriert sind. 55 Sterbefällen stehen (nur) 30 Geburten gegenüber. Die "Wanderungsbilanz" schließt bei 245 Zuzügen, 202 Wegzügen und 104 Umzügen im Gemeindebereich positiv.
Nachwuchssorgen der Vereine, rückläufige Umsätze im örtlichen Handel und der Verlust von Leistungsträgern sind laut Markus die Folgen des Bevölkerungsschwundes. Schon in absehbarer Zeit müsse die Gemeinde mit negativen Auswirkungen auf die zweizügige Grundschule rechnen. Erfolgreich entwickelt haben sich die Mittagsbetreuung (37 Kinder) in der Grundschule sowie das offenes Ganztagesangebot (16) für die Mittele.
Einblick in die positive Finanzentwicklung gewährte Kämmerer Heiko Lech. Mit für heuer erwarteten 3,3 Millionen Euro stellt die Gewerbesteuer weiterhin die wichtigste Finanzquelle der Gemeinde dar. Die Steuerkraft Sonnefelds übersteigt mit 807 Euro pro Einwohner den bayerischen Landesdurchschnitt um mehr als 200 Euro. Für den Gemeindehaushalt hat Sonnefeld seit 2006 keine Kredite aufgenommen.

Aus der Diskussion

Die von der Kommune verfügte innerörtliche Geschwindigkeitsbegrenzung ist Gerhard Barth ein Dorn im Auge. Er könne die Notwendigkeit nicht nachvollziehen und habe selbst wegen geringfügiger Überschreitungen bereits "Lehrgeld" an die Verkehrsüberwachung berappen müssen. Eine weitere Frage Barths zielte auf die Sauberkeit des Ortsbildes im Wohngebiet Rödenacker. Bürgermeister Michael Keilich verwies in diesem Punkt ausdrücklich auf die geltende Ortssatzung, die Anliegern eine Reinigungspflicht auferlegt.