Erneut sorgt ein möglicher Nationalpark Steigerwald für Schlagzeilen. Laut einem Medienbericht haben Nationalparkbefürworter eine neue Umfrage in Auftrag gegeben, wonach 75 Prozent der Befragten sich für einen Nationalpark aussprechen. "Eine daraufhin gestartete große und damit wirklich repräsentative Umfrage des bekannten Forsa-Instituts hat letztlich allerdings ein völlig gegenteiliges Ergebnis ergeben. Die deutliche Mehrheit der Menschen im Steigerwald lehnte die Schaffung eines Nationalparks darin klar ab", so der Landtagsabgeordnete Holger Dremel in einer aktuellen Pressemeldung seines Abgeordnetenbüros.

Dremel zeigt sich "nicht davon überzeugt, dass die Menschen in der Region einen Nationalpark Steigerwald wirklich möchten. Daher würde ich eine erneute Umfrage durch ein bekanntes Unternehmen sehr begrüßen, bevor wir eine solche Diskussion überhaupt wieder aufkochen." Die Koalition aus CSU und Freien Wählern habe einen neuen Nationalpark in Bayern sowieso bis zum Jahr 2023 ausgeschlossen.

Widerspruch von den Grünen

Ganz anders argumentieren die Grünen. 50 Jahre nach Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald und 42 Jahre nach Ausweisung des Nationalparks Berchtesgaden sei die Zeit reif für einen dritten Nationalpark. Sie verweisen dabei auf die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Brand Support, in dem sich 75 Prozent der Befragten im engen Umfeld des Steigerwalds für einen Nationalpark in der Buchenwaldregion aussprechen würden.

"Es ist an der Zeit, dass Bayern als mit Abstand größtes Flächenland Deutschlands seiner Verantwortung für Natur- und Umweltschutz gerecht wird und einen weiteren Brutkasten für mehr Artenvielfalt schafft", forderte Fraktionsvorsitzender Ludwig Hartmann am Montag bei der Vorstellung der Ende vergangenen Jahres erhobenen "Nationalparkstudie 2020".

Die hohen Zustimmungswerte für den Nationalpark Steigerwald in der Region erfreuen die regionale Grünen-Landtagsabgeordneten Ursula Sowa. "Die Machbarkeitsstudie ist ein guter Einstieg, soll aber aktiv unter Beteiligung der Menschen vor Ort passieren. Das Ziel ist ein ausgeglichener Diskurs zwischen den Befürwortern und Gegner. Ich bin sicher, dass dies im Steigerwald gelingt, denn wir haben alle das gemeinsame Ziel, unsere fränkische Heimat zu stärken", so Sowa in der Mitteilung. Ein Nationalpark werde von der großen Mehrheit als wichtig für den Umweltschutz, Aufwertung für unsere Region und Chance für Tourismus und Beschäftigung gesehen. Die Staatsregierung müsse endlich aufwachen und die Zeichen der Zeit erkennen. Sowa: "Mit dem bisherigen Vorgehen ist die Staatsregierung nur angeeckt, was der Steigerwald jetzt braucht, ist ein Kurswechsel in Richtung Nationalpark." red