Anlässlich der Woche der Nachhaltigkeit und der Fairen Woche - beide sind aktuell am Laufen - möchte die Stadt Herzogenaurach für das Thema nachhaltige Beschaffung sensibilisieren. Das ist eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Herzogenaurach ist seit 2013 Fair-Trade-Stadt.

Nachhaltige Beschaffung - das bedeutet auch, dass man Mitarbeiter der städtischen Stellen mit entsprechender Kleidung ausrüstet. In Herzogenaurach ist das geschehen. So sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofes, der Kläranlage und die Haustechniker mit fairen Produkten ausgestattet worden. Für die Feuerwehr wurden ebenfalls neue, fair produzierte Überjacken beschafft.

Viele Kriterien

Ganz einfach ist die Auswahl dabei nicht, denn die Arbeitskleidung muss neben öko-fairen Standards ebenfalls funktional sein, gute Trageeigenschaften besitzen und zum Teil entsprechende Sicherheitsanforderungen erfüllen. So heißt es in einer Pressemitteilung, die die städtische Klimaschutzbeauftragte Magnon Ramsbeck-Ullmann verfasste.

Denn nicht viele Anbieter erfüllen bislang diese Kriterien. Umso wichtiger ist es daher, sich mit anderen Kommunen auszutauschen und auch die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden und zu sensibilisieren, stellt Ramsbeck-Ullmann fest.

Am Mittwochnachmittag traf sie sich mit Bürgermeister German Hacker und einigen, bereits ausgestatteten Mitarbeitern. Wolfgang Birkner, Mitarbeiter der Haustechnik, äußerte sich begeistert von der neuen Dienstkleidung. Von Kopf bis Fuß hat er sich - wie seine Kollegen auch - nachhaltig einkleiden lassen. Und das in mehrfacher Bestückung, so dass immer genügend Einheiten vorhanden sind.

Insgesamt hat sich die Stadt die nachhaltige Beschaffung bereits mehr als 50 000 Euro kosten lassen. Interessant: Bei der Ausschreibung muss die Stadt nicht das günstigste Angebot nehmen, sondern nach den Kriterien der Nachhaltigkeit verfahren, sagte die Klimabeauftragte. Orientieren kann man sich da an verschiedenen Siegeln.

Bei der Dienstkleidung leistet der Pakt zur nachhaltigen Beschaffung der Metropolregion Nürnberg wichtige Unterstützung, aber letztlich kommt es auf jeden Einzelnen an, berichtet Bürgermeister German Hacker. Er dankt deshalb allen, die sich für eine faire und nachhaltige Beschaffung einsetzen. Er hofft, "dass die Stadt auch andere Kommunen, Bürger und Unternehmen anregen kann, auf nachhaltige Produkte zu achten".

Das bedeutet fair

Die bundesweite Nachfrage der öffentlichen Hand nach Produkten umfasst ein jährliches Volumen von rund 350 Milliarden Euro. Es hat dementsprechend weltweit eine mehr als große Wirkung, wenn dabei viele faire und nachhaltige Produkte eingesetzt werden. So wird in der Pressemitteilung der Stadt weiter berichtet.

Fair heißt demnach vor allem: keine Kinder- und Sklavenarbeit oder ausbeuterische Produktion, gute Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung. Nachhaltig sind Waren dann, wenn bei der Herstellung außerdem auf die Verminderung von Umweltauswirkungen geachtet wird, Ressourcen geschont und auch Transportwege möglichst kurz gehalten werden.

Mittlerweile kann neben der Wirtschaftlichkeitsprüfung als Vergabekriterium auch der Gedanke der sauberen Produktion und des fairen Handels als Auswahlkriterium mit aufgenommen werden. Wirtschaftlichkeit im Sinne von preisgünstig gilt nicht mehr als alleiniges Auswahlkriterium.

Die Stadt Herzogenaurach setzt bereits seit Jahren auf nachhaltige Produkte, angefangen bei Recyclingpapier und fairem Kaffee bis hin zu Büromaterialien, Möbeln und Reinigungsmitteln, EDV-Produkten und Fahrzeugen. Seit 2011 bezieht die Stadt ausschließlich elektrischen Strom aus regenerativen Energiequellen, wird berichtet.

Für die nachhaltige Beschaffung gibt es seit 2016 städtische Richtlinien und 2019 hat die Stadt Herzogenaurach gemeinsam mit mittlerweile 69 anderen Kommunen in der Metropolregion den Pakt zur nachhaltigen Beschaffung unterzeichnet.

Und auch in Sachen Dienstkleidung ist die Stadt auf einem guten Weg, wie sie jetzt zeigte. Auch wenn die Feuerwehr an dem Pressetermin kurzfristig nicht teilnehmen konnte, weil ein Einsatz dazwischenkam. bp