Bernhard Panzer Es war ein wahrlich sagenhafter Start. 8370 Besuchern am Tag der Offenen Tür folgten eine Woche später 3450 Badegäste am Eröffnungstag - das Freizeitbad "Atlantis" war von der ersten Stunde an ein Magnet. Im ersten Monat nach der Eröffnung, dem August 1989, wurden im "Atlantis" bereits 55 000 Besucher gezählt. Und schon im September 1989 wurde die 100 000. Besucherin begrüßt. Und das, obwohl das Ausschwimmbecken noch gar nicht gebaut war. Das folgte dann aber alsbald und erfreute sich äußerster Beliebtheit.

528 673 Besucher im Rekordjahr

In den Anfangsjahren nutzten rund 1350 bis 1450 Wasserratten täglich das Herzogenauracher Bad und an Spitzentagen waren es durchaus auch mal 2000. So ergaben sich in den ersten zehn Jahren immer etwa 450 000 Badegäste. In der Neuzeit sind es, trotz der überall wachsenden Konkurrenz, immerhin noch 350 000. Ein Rekord wurde nach dem guten Jahr 1990 mit 502 066 Gästen dann bereits 1991 gesetzt: Es kamen sage und schreibe 528 673 Besucher. Auch 1992 wurde die halbe Million mit 506 855 Gästen noch einmal überschritten. Um diese magische Grenze herum bewegten sich die Zahlen dann auch später wieder, als weitere Attraktionen dazugekommen waren, allen voran die Rutsche "Crazy River" im Jahr 2000.

Doch zunächst gab es das Außenschwimmbecken. Den ersten Spatenstich vollzog Bürgermeister Hans Lang (CSU) am 30. Oktober 1990, unterstützt von seinen Stellvertretern Rudi Welker (FW) und Konrad Kummeth (CSU). Voraussetzung hierfür war ein Stadtratsbeschluss vom 25. April 1990. Mit der Planung des 2,1 Millionen DM teuren Beckens betraut wurden der Herzogenauracher Architekt Gerhard Nadler und das Ingenieurbüro Kannewischer.

Auch im Winter draußen baden

Das Ausschwimmbecken bekam eine Fläche von etwa 225 Quadratmetern, als kleinstes Innenmaß wurden zwölf mal zwölf Meter angegeben. Als Attraktion in dem Becken wurden am Tag des Spatenstichs ein Wasserfall und zehn Sprudelliegen genannt. Vervollständigt wurde das durch Massagedüsen am Beckenrand.

Geworben wurde besonders auch mit der angenehmen Wassertemperatur, die bei 32 bis 36 Grad liegen sollte. "So dass die Badegäste selbst bei winterlichen Temperaturen unter freiem Himmel schwimmen können", wie das Amtsblatt berichtete. Der Öffentlichkeit übergeben wurde die Attraktion dann am Freitag, 13. September 1991. Die Temperatur wurde da auf 34 Grad festgelegt, so dass das ganze Jahr im Freien gebadet werden konnte.

Gegen jeden Widerstand

Bürgermeister Hans Lang verteidigte in seiner Eröffnungsrede den Entschluss, am Atlantis festzuhalten. Man habe das Bad realisiert, "trotz erheblichen Widerstands von verschiedenen Seiten in der schwierigen Zeit der Entscheidungsfindung", berichtete das Amtsblatt. Lang sah sich bestätigt darin, dass die Stadt die Investition von (bis dahin) 26 Millionen DM getätigt habe. Sein Vorgänger Hans Ort habe für das Atlantis regelrecht gekämpft.

Und der Erfolg habe ihm rechtgegeben, sagte Lang und nannte ein paar Zahlen. Am 9. Juli 1991 wurde bereits der einmillionste Besucher begrüßt. Täglich wurden bis dahin im Durchschnitt 1442 Badegäste gezählt. Rekordtag dieses Jahres war der 2. Januar mit 2885 Personen.

Mit der Sauna geht's weiter

Der einmillionste Gast war eine Frau und wurde vom Bürgermeister gemeinsam mit seinem Betriebsleiter Wolfgang Schneider überrascht: Die 22-jährige Heidi Kuban aus Veitsbronn bekam unter anderem ein Fahrrad überreicht. Die junge Frau sagte damals, sie besuche das Bad in Herzogenaurach regelmäßig.

Noch in den 90er Jahren folgten weitere Investitionen, allen voran die Sauna. Das gelang durch die Unterstützung eines Investors. Mehr dazu berichten wir in unserer nächsten Folge.