Nicole Julien-Mann

Das Organisationsteam des VHS-Musikrings hat das Programm für die kommende Saison 2017/18 vorgestellt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Frisch wie eine Meeresbrise kommt der Flyer mit dem Programm des VHS-Musikrings 2017/18 in neuen Farben daher. Trotzdem ist der Wiedererkennungswert hoch. Die kleine, aber feine Konzertreihe hat sich in den letzten Jahren bei Liebhabern klassischer Musik längst etabliert. In einer lockeren Gesprächsrunde stellten Ulrike Hünefeld, Kerstin Sperschneider und Rainer Kober die vier Konzerte der kommenden Saison vor. Mit einem attraktiven und vielfältigen Angebot möchte man den Kreis der Interessenten gerne erweitern.


Selten gehörtes Blasinstrument

"Wir geben gerne Künstlern mit einem Bezug zu Kronach eine Bühne, wollen aber den Blick auch in die Welt richten", erklärt Ulrike Hünefeld das Konzept. Den Anfang macht im Oktober die Capella serenissima um Dorothea Lieb, die in Kronach an der Berufsfachschule für Musik und der Musikschule Blockflöte unterrichtet. Das Ensemble musiziert auf historischen Instrumenten vorzugsweise Musik aus dem siebzehnten Jahrhundert. Lieb spielt den Zink, ein selten gehörtes Blasinstrument, das der menschlichen Stimme ähneln soll. "Wenn es gut gespielt ist, klingt es wie gesungen", erklärt Ulrike Hünefeld. Das Kronacher Konzert der Capella serenissima steht im Zeichen von drei Jubiläen: Claudio Monteverdis 450. Geburtstag, Giovanni Bassanos 350. Geburtstag und Philipp Telemanns 250. Todestag.
Romantisch wird es im November mit Liebesliedern mit dem Titel "Verführung!". Das Programm der Sopranistin Monika Teepe und ihrer Pianistin Uta Walther streift den Zeitgeist mit dem Blick aus dem Westen in Richtung Orient. Neben den Liedern werden auch Texte aus Briefen oder Anekdoten rezitiert, die in überraschender Weltoffenheit zeigen, wie die Kulturen sich schon früher gegenseitig befruchteten.


Kein VHS-Musikring ohne Tango!

Das Wupper-Trio in der Besetzung Klarinette, Violine oder Viola und Klavier kommt aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands. In seinem Programm "Von Klassik bis Tango" gibt es ein Wiederhören mit Beethovens Gassenhauer-Trio, romantischer Musik von Max Bruch und eigens für das Ensemble bearbeitete Tangostücke von Piazzolla. Den Abschluss machen im März die Akademisten der Bamberger Symphoniker. An der Oboe wird Michael Hertel aus Kronach zu hören sein. Er ist mit seinen drei Musiker-Kollegen Stipendiat der Joseph-Keilberth-Orchesterakademie, die ausgebildete Musiker noch einmal in zwei Jahren auf eine professionelle Laufbahn vorbereitet.


Enormer Andrang

Der Andrang für diese Plätze ist enorm, wer angenommen wird, darf dies als hohe Auszeichnung betrachten. Die jungen Akademisten werden unter anderem das Phantasie-Quartett von Britten spielen und das Oboen-Quartett von Mozart. Kerstin Sperschneider ist überzeugt dabon, dass die Moderation der Konzerte durch die Künstler wesentlich zum Erfolg der Reihe beitragen. Rainer Kober hebt die hervorragende Zusammenarbeit mit der Volkshochschule beim Abomanagement hervor. "Die Organisation macht die VHS, das Risiko trägt Kronach Creativ", sagt er. Damit dieses möglichst gering ausfällt, sei der Kauf eines Abos empfohlen. Mit ihm komme man in den Genuss der vier Aufführungen, muss aber nur drei bezahlen.