Der mittlerweile 31-Jährige sitzt seit 7. Dezember in Untersuchungshaft. An diesem Tag soll er seine Ex-Freundin in Fulda mit einem scharfkantigen Gegenstand, vermutlich einem Messer, heimtückisch getötet haben. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus, die im Februar Anklage erhoben hat. Das Landgericht Fulda teilte jetzt mit: Der Auftakt des Mordprozesses ist am 15. April. 16 Verhandlungstermine sind angesetzt.

50 Zeugen geladen

50 Zeugen sind geladen, sagt Patrick Krug, Pressesprecher am Landgericht Fulda, auf Nachfrage unserer Zeitung. "Es geht um den Tathergang, aber auch um das Verhältnis zwischen dem Angeklagten und der Getöteten", erläutert er. Außerdem werden rechtsmedizinische und psychiatrische Sachverständige gehört.

Wie aus früheren Aussagen der Staatsanwaltschaft bekannt wurde, waren die 35-Jährige und ihr Ex-Partner, beide rumänische Staatsangehörige, knapp ein Jahr lang ein Paar. Es sei eine problembehaftete Beziehung gewesen. Die Frau hatte sich einige Wochen vor ihrem Tod von ihrem Partner getrennt. In der Folge sei der damals 30-Jährige, der in Fulda wohnte und vorbestraft ist, handgreiflich geworden. Sie hatte mehrfach Anzeige gegen ihn erstattet, unter anderem wegen Körperverletzung. Als sie starb, waren die Verfahren alle noch offen.

Herz-Jesu-Klinik startet Spendenaktion

An dem Gerichtsprozess werden zwei Nebenkläger beteiligt sein: Dies ist zum einen der Sohn der getöteten Ärztin. "Weil der erst zwei oder drei Jahre alt ist, wird er gesetzlich durch seinen Vater, den Ex-Ehemann der Getöteten, vertreten", erklärt der Pressesprecher. Die zweite Person, die als Nebenklägerin auftreten wird, ist die Mutter der Verstorbenen.

Die 35-Jährige war Ärztin am Fuldaer Herz-Jesu-Krankenhaus. Sie war auf dem Nachhauseweg von ihrer Nachtschicht, als ihr Ex-Freund vermutlich im Hinterhof ihres Wohnhauses auf sie wartete.

Ihr ehemaliger Arbeitgeber hat nun eine Spendenaktion ins Leben gerufen. "Es ist uns ein echtes Herzensanliegen nach dem plötzlichen, unfassbar tragischen Verlust unserer langjährigen Mitarbeiterin etwas Gutes zu bewirken und ein Zeichen der Hoffnung zu setzen, das auch in ihrem Sinne wäre und über ihren Tod hinaus wirkt", heißt es vonseiten des Krankenhauses. Die 35-Jährige sei eine geschätzte, eine sehr hilfsbereite sowie pflichtbewusste Ärztin gewesen und eine fürsorgliche Mutter. Es habe eine überwältigende Anteilnahme und zahlreiche Anfragen gegeben, wie man vor allem den Sohn unterstützen könne. "Dieser hat einen der wichtigsten Menschen in seinem Leben verloren. Es ist uns wichtig, dass er zukünftig gut versorgt ist." Per E-Mail kann die Spendenadresse erfragt werden: jev info@herz-jesu-krankenhaus.de