Die Gemeinde Wiesenthau unterstützt die Errichtung eines Mobilfunkmastes. Das beschloss das Gremium in der jüngsten Sitzung mit vier Gegenstimmen.

Erster Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) hatte die Gemeinderäte zuvor informiert, dass es einen Termin mit Vertretern der Telekom gegeben hatte. Sein Eindruck war gewesen, dass diese langsam ungeduldig werden und sich hingehalten fühlen.

"Die wollen jetzt eine klare Entscheidung, ob wir den Weg gehen oder nicht", trug Drummer vor und wies darauf hin, dass er davon ausgehe, dass das Unternehmen sonst entweder keinen Mobilfunkmast bauen oder auf einem privaten Grundstück, das für die Bürger ungünstig liegen könnte. Er meinte, dass auch die Bürger ein Recht hätten, endlich Bescheid zu wissen: "Schließlich schieben wir das Thema seit über zwei Jahren vor uns her." Diesen Eindruck vom Gespräch mit der Telekom teilte auch Gerhard Lassner (BGW), der bei diesem Termin anwesend war: "Ich hatte das Gefühl, die verabschieden sich."

Mobilfunk verbessern

Johannes Pieger (DGS) sagte, dass es nötig sei, den Mobilfunk in der Gemeinde zu verbessern, und wollte, dass der Mast auf einem gemeindlichen Grundstück errichtet wird. Roland Meixner (DGS) bezog sich auf die von der Gemeinde durchgeführte Bürgerbefragung: "Die Mehrheit war dafür, auch wenn das Ergebnis knapp ausfiel." Silke Wolfrum (BGW) unterstützte die Errichtung auf einem gemeindlichen Grundstück, denn dann könne die Gemeinde auch Einfluss nehmen.

Auf einer Karte zeigte Drummer dem Gremium zwei infrage kommende Grundstücke, wobei das eine zu schmal sein könnte. Das zweite liegt hinter dem Wald und weiter weg von Wohnbebauung als bisher diskutierte Flächen. Er schlug vor, dieses für die Errichtung des Mobilfunkmastes zur Verfügung zu stellen. "Wir müssten aber wissen, was wir unseren Bürgern da strahlenmäßig antun", warf Cornelia Siebenhaar (MHN) ein und Holger Stöhr (MHN) schlug vor, einen unabhängigen Gutachter einzuschalten und dann in einen Dialog mit der Telekom zu treten. Gerhard Lassner hinterfragte den Sinn eines Gutachtens, da die Gemeinde eigentlich nur das eine große Grundstück anbieten könne. Silke Wolfrum schlug vor, dieses anzubieten, aber auch einen Gutachter zu beauftragen, der hier die Strahlung misst.

Nach einiger Diskussion fasste der Bürgermeister zusammen: "Wir haben mittlerweile zehn Standorte geprüft." Deshalb sei es nicht sinnvoll einem Gutachter Grundstücke zu zeigen, die die Telekom bereits abgelehnt habe. Das große Grundstück hinter dem Wald sei nicht mitten im Dorf und nicht in der Nähe des Kindergartens oder der Schule. Außerdem sei es weiter weg von der Wohnbebauung als andere Grundstücke: "Das hier ist für mich der Kompromiss."

Danach schlug er vor namentlich abzustimmen, wer für oder gegen die Errichtung eines Mobilfunkmastes ist. Simone Siebenhaar wies ihn darauf hin, dass in der Tagesordnung nicht aufgeführt sei, dass ein Beschluss gefasst werden solle. Dem entgegnete Drummer, dass er das in der vorherigen Sitzung angekündigt habe.

Nach der Beschlussfassung für die Errichtung eines Mobilfunkmastes forderte Siebenhaar einen weiteren Beschluss: Ein Gutachter soll die beiden Grundstücke auf mögliche Strahlenbelastung hin untersuchen.