"Das Wirtshaus, die Gastwirtschaft oder früher die Schenkstatt sind und waren enorm wichtige Einrichtungen. Nicht nur durch das Vorhalten von Übernachtungsquartieren für Durchreisende, weshalb die älteren Wirtshäuser allesamt an der Hauptstraße lagen, sondern vor allem für die einheimische Bevölkerung. In ihnen fand das öffentliche Leben einer Gemeinde statt."

So schreibt der Mitwitzer Heinz Köhler in seinem Vorwort über die jahrhundertealte traditionsreiche Mitwitzer Gastronomie. Auf den folgenden, reich bebilderten Seiten hat der Autor in akribischer Weise die Geschichte der Mitwitzer Wirtshäuser dargelegt. Dabei waren ausführliche Recherchen vor allem im Staatsarchiv Bamberg nötig, schließlich befindet sich ja dort das Archiv der adeligen Familie der Freiherren von Würtzburg zu Mitwitz. Aber auch das Staatsarchiv Coburg sowie zahlreiche gemeindliche Akten und Pläne der Bayerischen Landesvermessung stellten eine große Hilfe dar, um das äußerst umfangreiche Thema sachgerecht aufarbeiten zu können. Nicht zuletzt persönliche Erinnerungen, Gespräche mit Augenzeugen und Recherchen vor und am Ort flossen in die Ausführungen mit ein. Selbst Ortschronist Friedrich Bürger, der einige historische Aufnahmen als auch ein paar aktuelle Bilder beisteuerte, zeigte sich von der kenntnisreichen Arbeit angetan.

Allein schon die bemerkenswert wechselvolle Geschichte des heutigen Mitwitzer Rathauses, das bis zum Ende des Ersten Weltkrieges das Gasthaus "Zum Wilden Mann" war, gibt beredtes Zeugnis von der einstigen Bedeutung dieser herrschaftlichen Schenkstatt. Noch heute kann man ein Doppelwappen (von Würtzburg, von Ebeleben), die Jahreszahl 1630 und die Inschrift "Dies Haus steht zur rechten Hand, zum Wilden Mann wird es genannt" über der Eingangstür erkennen. Selbst ein Wirtshausschild mit dem "Würtzburger Männla" (Wappen der Herren von Würtzburg) auf der einen und einem wilden Mann auf der anderen Seite weist auf den traditionsreichen Gasthof hin. Dabei fand Heinz Köhler heraus, dass die ehemalige Schenkstatt gar nicht immer herrschaftlich war und sogar viele Jahre älter als bisher angenommen.

Dass es in Mitwitz mindestens ein noch älteres Wirtshaus gibt, nämlich die Obere Schenkstatt "Zu den Sieben Staffeln" von 1425, heute Häublein, erfährt man ebenso wie die Tatsache, dass im heutigen Hotel Gasthof Wasserschloss einst ein Bader sein Zuhause hatte. Auch auf die im Mitwitzer Berg liegenden Felsenkeller sowie auf das örtliche Brauwesen wird Bezug genommen.

Und schließlich gibt es da noch den mittlerweile legendären Spruch aus dem 20. Jahrhundert: "Der Feick, der Fick, die Köhlera, der Rempel, die Konditera, die Mastera, die Benescha." Darum geht es nämlich in dieser 32-seitigen, farbig gestalteten Broschüre. Es ist die Geschichte dieser und weiterer Mitwitzer Wirtshäuser.

Ab sofort kann die Broschüre im Mitwitzer Rathaus für 5 Euro erworben werden. fb