Mit 2,181 Millionen Euro steigt das Volumen des Verwaltungshaushalts des Marktes Wonsees 2022 noch einmal deutlich an. Im vergangenen Jahr war man unter der Zwei-Millionen-Grenze geblieben.

Bei den Ausgaben schlagen vor allem die Kreisumlage mit 490.000 Euro (Vorjahr 609.000 Euro), die Ausgaben für den gemeindeeigenen Bauhof mit 289.000 Euro sowie die Zuschüsse für den Kindergarten mit 294.000 Euro zu Buche. Zwar gewährt der Staat für die Kinderbetreuung Förderungen in Höhe von 160.000 Euro, doch ein großer Anteil muss vom Markt gestemmt werden.

Auf der Einnahmenseite rechnet Verwaltungsleiter Herbert Schmidt mit einer Einkommenssteuerbeteiligung von 560.000 Euro sowie mit Schlüsselzuweisungen von 421.000 Euro (Vorjahr 290.000 Euro).

Neues Prozessleitsystem

Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 2,193 Millionen Euro. Auf der Ausgabenseite sind 420.000 Euro für ein neues Prozessleitsystem eingeplant. Die Räte hatten zuvor in nichtöffentlicher Sitzung über die Anschaffung diskutiert.

Große Faktoren sind mit jeweils 200.000 Euro die Leerstandsbeseitigung in der Thurnauer Straße sowie Kosten für das Gemeindezentrum und für das Dorfhaus Feulersdorf.

Auf der Einnahmenseite kann der Markt mit Zuwendungen für die Abwasserleitung Feulersdorf von 459.000 Euro, mit Zuschüssen aus der Städtebauförderung von 450.000 Euro und mit 326.000 Euro für den Stauraumkanal und den Kanal am Gemeindezentrum rechnen.

Herbert Schmidt erläuterte, dass man auf der Einnahmenseite sehr vorsichtig kalkuliert habe. Bei der Gewerbesteuer habe der Markt Wonsees 2021 zwar einen Rekordwert von 1,359 Millionen Euro verbuchen können, doch man habe für die nächsten Jahren jeweils nur 450.000 Euro angesetzt. Denn man wisse aktuell nicht, wie sich die Energiepreise und die Corona-Pandemie auf die Einnahmen auswirken werden.

Als Zuführung vom Vermögenshaushalt in die Rücklagen hat der Markt Wonsees 610.900 Euro vorgesehen. Man habe 2021 einen Kredit über eine Million aufgenommen, so Schmidt. Bis Herbst fielen dafür keine Zinsen an. "Ab Herbst können wir auch besser abschätzen, wie sich die Steuereinnahmen entwickeln und welche Zuschüsse fließen werden."

Bürgermeister Andreas Pöhner wähnte sich bei der Erstellung des Haushalts dem "Team Vorsicht und Vorausschauung" zugehörig. Er sprach von guten Zahlen. Der Kassenkredit soll von 800.000 Euro auf eine Million angehoben werden, um möglichen finanziellen Engpässen vorzubeugen, falls Zuwendungen aus Fördertöpfen verspätet fließen sollten. Die Gemeinderäte stimmten dem Haushaltsentwurf einstimmig und ohne Diskussion zu.