Josef Hofbauer Mit Liedern, Gedichten und Anekdoten garnierte Jan Burdinski, Leiter des Fränkischen Theatersommers, das Valentinsmenü im Gasthaus Sponsel in Kirchehrenbach. Bei dieser Veranstaltung des Kunst- und Kulturvereins beleuchtete er auch die Person des Heiligen, der einst als Schutzpatron der Ehen galt.

Heute gehörten neben roten Rosen und Herzen vor allem Blumen zum Valentinstag. "800 Tonnen rote Rosen wurden im vergangenen Jahr allen wegen des 14. Februar auf dem Luftweg nach Deutschland gebracht", informierte Burdinski.

Ein festes Datum, das die Männer an den Wert und die Bedeutung ihrer Beziehung erinnert, hielt der Schauspieler für durchaus sinnvoll. Die Erwartungshaltung beider Geschlechter sei da unterschiedlich.

Lebenslange Treue gibt es

"Aber die lebenslange Treue gibt es", versicherte der Schauspieler und Intendant. Allerdings nur bei den Seepferdchen und auch nur unter gewissen Bedingungen. Tanzt das Männchen jeden Tag sechs Minuten lang um das Weibchen herum, haben andere Seepferd-Männchen bei ihr keine Chance. Die Studie zeige aber auch: Unterlässt der Partner das Werben und ein anderes Männchen beginnt die Seepferd-Dame zu umgarnen, ist es um sie geschehen.

Von den zahlreichen Dichtern, die unzählige Gedichte zum Thema Liebe geschrieben hätten, habe sich Wilhelm Busch stets ein distanziertes Verhältnis zu einer Partnerschaft bewahrt. So reimte Busch, der lebenslang Junggeselle blieb, als ihm sein verliebter Neffe seiner Partnerin vorstellte: "Sie hat nichts und du desgleichen; Dennoch wollt ihr, wie ich sehe, zu dem Bund der heil'gen Ehe euch bereits die Hände reichen. Kinder, seid ihr denn bei Sinnen? Überlegt euch das Kapitel! Ohne die gehör'gen Mittel soll man keinen Krieg beginnen." Burdinski spannte den Bogen der Liebesgedichte von Walter von der Vogelweide, der jedes Mädchen der Liebe würdig fand (Dû bist mîn, ich bin dîn. es solt dû gewis sîn. dû bist beslozzen in mînem herzen, verlorn ist das sluzzelîn: dû muost ouch immêr darinne sîn) bis zu Joachim Ringelnatz, der in seinen Versen über den Nagel in einem Stück Holz zu dem Schluss kommt, dass alte Liebe nicht rostet.

Quasi als Poesie zum Mitnehmen rezitierte Jan Burdinski jeweils vier Gedichte für Männer und vier für Frauen, aus denen die Gäste je eines auswählen und mit nach Hause nehmen durften. Der Schauspieler wollte auch wissen, was für die Teilnehmer des Abends Liebe ist. Hier sollten Männlein und Weiblein jeweils sechs vorgegebene Antworten in eine Reihenfolge bringen. Mit höchst unterschiedlichen Ergebnissen.

Die Loreley und andere Frauen

Höchst amüsiert lauschten die Gäste einem Gedicht von Ludwig Dudda, das auf einer indischen Legende beruht und von der Erschaffung des Weibes berichtet. Und den Qualen des Mannes, der weder mit ihr noch ohne sie leben kann. Für Stimmung sorgte ein Shanty (Seemannslied) über eine Seekuh, ein Beleg, dass Männer ihren Gefühlen nicht immer trauen können. Nicht minder lustig, die Dialekt Studie über die Loreley von Otto Reutter, eine Paraderolle für Burdinski, der sich bei einem Chanson und Kleinkunstabend mit diesem Sänger und Komiker befasst hatte.

"Es war mir ein Vergnügen, dass ich Sie mit Poesie begießen durfte", verabschiedete sich Jan Burdinski, der für jedes Paar noch ein Andenken parat hatte, damit dieser Valentinstag in Erinnerung bleibt. Ein Polaroid-Foto zusammen mit Amor.