"Inzidenz fünf Tage in Folge unter 150 - Lockerungen für den Einzelhandel" verkündete die Stadt Coburg am Montag. Ab heute gilt: Wo bisher "Click & Collect" erlaubt war, also Ware bestellen und (kontaktlos) abholen, wird nun "Click & Meet" erlaubt. Bekleidungsgeschäfte, Möbelhäuser, Baumärkte, kurz, alle Geschäfte, die nicht dem täglichen Bedarf dienen, können ab heute in Coburg wieder Kunden empfangen. Voraussetzung: Vorher muss ein Termin vereinbart sein. Und: Die Kunden müssen negative Testergebnisse vorlegen können. "Dabei gelten sowohl PCR-, Schnell- als auch Selbsttests, die nicht älter als 24 Stunden sind", heißt es in einer Mitteilung der Stadt Coburg vom Montag. Die Selbsttests müssen freilich vor Ort und unter Aufsicht gemacht werden.

Doch wieso nur Lockerungen "unter 150"? Seit fünf Tagen ist Coburg doch schon unter der Inzidenz von 100? Stimmt, sagt Ehrenfried Kaiser, bei der Stadt Coburg zuständig für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Er ist derjenige, der die Bekanntmachungen unterzeichnet, in denen die Lockerungen in Coburg bekanntgegeben werden.

Fünf Tage plus zwei

Die nächste Bekanntmachung hat Kaiser schon vorbereitet. Denn da der heutige Dienstag der fünfte Tag ist mit einer Inzidenz unter 100, können zwei Tage später, am Donnerstag, weitere Erleichterungen greifen. Dann fällt die nächtliche Ausgangssperre weg.

Außerdem kann die Stadt im Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium weitere Öffnungen zulassen, die ebenfalls ab dem Fronleichnams-Donnerstag gelten. Dann dürfen zum Beispiel Biergärten und Straßencafés öffnen und Termine an Gäste vergeben. Freilufttheater ist mit bis zu 250 Zuschauern auf festen Plätzen möglich, kontaktloser Sport in Gruppen bis zu 25 Personen ist erlaubt. Museen dürfen Besucher nach vorheriger Anmeldung empfangen. Einige Einschränkungen bleiben aber: Vieles, wie zum Beispiel der Besuch im Straßencafé, ist nur mit Terminbuchung beziehungsweise Registrierung möglich. Und immer wieder werden negative Testergebnisse als Voraussetzung genannt, wenn man zum Beispiel im Fitnessstudio trainieren oder sich mit Freunden im Biergarten treffen will.

Automatisch gelten diese Regelungen nicht. Das bayerische Gesundheitsministerium muss erst zustimmen. "Wir hoffen, dass wir diesen Bescheid noch am Mittwoch bekommen, dann können wir die entsprechende Allgemeinverfügung veröffentlichen, und die Regelung gilt ab Donnerstag", sagt Kaiser. Der Landkreis werde im Übrigen genauso verfahren: Auch dort könnten also ab Donnerstag die Regelungen "unter 100" gelten.

Kaiser erwartet nicht, dass die Zustimmung vom Gesundheitsministerium verweigert wird. Sie könnte sich höchstens verzögern - und damit auch die Öffnungen, weil die erst am Folgetag der Bekanntmachung in Kraft treten.

Trend zeigt nach unten

Verweigern könnte das Gesundheitsministerium die Zustimmung dann, wenn keine stabile Entwicklung erkennbar sei, sagt Kaiser. Doch die Zahlen gehen stetig nach unten: Coburg kratzt sogar schon an der 50er-Marke. Dann gilt das gleiche wie bei der 100er-Inzidenz: Fünf Tage müssen die Werte möglichst stabil unter 50 liegen, dann kann die Stadt ums Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium ersuchen. Am siebten Tag könnten dann weitere Lockerungen greifen. Die Wesentliche: Man bräuchte keine negativen Testergebnisse mehr, um sich mit Freunden an einen gemeinsamen Tisch im Biergarten zu setzen oder um mit anderen Sport zu treiben.

Die Coburger Gastronomen scheinen jedenfalls davon auszugehen, dass die weiteren Lockerungen ab Donnerstag kommen: Im "Prinzengarten" zum Beispiel wurden jedenfalls gestern die Sonnenschirme wieder aufgestellt. Chefin Sarah Franz: "Wir hoffen sehr darauf, dass es am Donnerstag wieder losgehen kann. Und wir freuen uns wie verrückt auf unsere Gäste!" Zum letzten Mal war hier Anfang Oktober geöffnet...