Der Hospizverein für den Landkreis Forchheim bietet neuerdings Sprechstunden zu palliativmedizinischen Fragen an. Als Fachmann steht der Kinderonkologe und Palliativmediziner Karl-Heinz Kläver jeden zweiten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr Ratsuchenden zur Verfügung.

An wen richtet sich das Angebot?
Karl-Heinz Kläver: Die Sprechstunde richtet sich an Privatleute mit palliativmedizinischen Fragen, an Angehörige wie an Patienten. Es gibt immer mehr jüngere Menschen mit der Diagnose einer bösartigen Erkrankung mit geringen Heilungschancen. Bei ihnen geht es beispielsweise um Alternativen zur Chemotherapie bei einer extrem schlechten Prognose.

Welches Ziel verfolgen Sie selbst bei einem solchen Gespräch?
In erster Linie geht es darum, die Lebenssituation zu besprechen, die die potenzielle lebensbedrohende Erkrankung mit sich bringt, über zu erwartende Symptome, aber auch die Frage, wie werde ich sterben müssen. Es gibt die heilende Medizin, aber gerade nach einem Wir-können-nichts-mehr-für-Sie-tun braucht der Betroffene Beistand.
Das zweite in dieser Basisberatung ist Hilfe anbieten. Welche Organsisationen etwas für den Betroffenen tun können, von Hausarzt bis Hilfsdiensten und Nachbarschaftshilfe und vor allem auch die Spezielle ambulante palliative Versorgung (SAPV). In den Ausbau dieses Dienstes hat die Bundesregierung viel investiert, so dass er inzwischen in vielen Landkreisen wie in Forchheim vertreten ist.
Warum ist Ihnen diese Sprechstunde wichtig?
Ein rechtzeitiger Kontakt zur Palliativmedizin sorgt für eine Verbesserung der Lebensqualität, unter Umständen sogar für eine Verlängerung der Lebensdauer. Das geschieht durch die Änderung des Therapieziels von heilen zur Symptombehandlung, zur Linderung von Beschwerden und Schmerzen.

Die Fragen stellte Pauline Lindner.