Zum Artikel "Die Stadt ist wirklich tot" vom 2. Juni:

Was für schlimme Zeiten! Hochwasser mit Millionenschäden und sogar Toten in Teilen Bayerns und in Forchheim dramatische Verkehrsprobleme. Geht`s noch?! Lasst uns die Stadt totreden!
Ich fahre normal mit dem Rad in die Stadt und da habe ich ohnehin kein Problem. Eben aber war ich notgedrungen mit dem Auto in der Stadt - von Süden kommend, zwei Besorgungen erledigt, nach Norden durch die Bamberger Straße wieder raus - und, welch Wunder, es ging. Problemlos kam ich überall hin, wo ich wollte. Baustellen habe ich wahrgenommen, aber die Verzögerungen hielten sich im Sekundenbereich (Engstelle am Marktplatz). Dabei hatte ich keine Wahrnehmungsstörung - die Kommentator Oswald der Stadträtin Prechtel unterstellt.
Dann noch die Parkplätze. Auch kein echtes Problem, heute war es keines und sonst auch noch nie. Im Kronengarten ist immer Platz (was ja auch die Stadtwerke "offiziell" bestätigen). Aber ja, da muss man je nach Ziel bis zu ein paar hundert Meter zu Fuß gehen. "Unzumutbar", schreien da viele, auch viele unbelehrbare Stadträte und fördern so die Erwartungshaltung vieler Bürger, vor jedes Geschäft, am besten in jedes Geschäft, mit dem Auto fahren können zu müssen. Und wenn man nicht direkt vor einem Geschäft parken kann, hat Forchheim schon ein Parkplatzproblem.
Das kommt mir vor wie bei trotzigen Kindern: "Ich will aber . . .!" Nur wenn man ihnen deutlich sagt, was geht, dann akzeptieren sie es. Wenn man ihnen ständig nachgibt, werden sie immer (mehr) fordern - auch Dummheiten. Besonders interessant finde ich übrigens die Aussage, viele Kunden führen schon lieber nach Erlangen. Das mache ich auch - gelegentlich mit dem Auto. Parke auf dem Großparkplatz und gehe locker über einen Kilometer in die Innenstadt - wo man mit dem Auto ja nicht hinkommt. Komisch - könnte es sein, dass die Innenstadt von Erlangen (und übrigens auch z. B. von Bamberg) gerade darum nicht tot, sondern belebt und attraktiv ist? Könnte das - nach einer Gewöhnungs-/Trotzphase - auch für Forchheim gelten? Aber, wer sagt`s dem Kind?
Fabiola Reges-Huber
Forchheim