Für die rund 900 Bauarbeiter im Landkreis Forchheim gilt eine neue Lohnuntergrenze. Keiner, der in der Branche arbeitet, darf weniger als 12,55 Euro verdienen - 35 Cent mehr als bisher.

Das macht ein Plus von rund 60 Euro am Monatsende. Wer als Geselle oder angelernte Kraft fachliches Wissen mitbringt, der hat sogar Anspruch auf 15,40 Euro (plus 20 Cent). Das teilt die Industriegewerkschaft IG Bau Oberfranken mit.

Die Gewerkschaft rät den Beschäftigten, den letzten Lohnzettel zu prüfen. "Das Plus muss bereits mit der April-Abrechnung auf dem Konto sein. Und alle 107 Baufirmen im Kreis Forchheim müssen dieses Lohnminimum zahlen", sagt Bezirksvorsitzender Gerald Nicklas.

Messlatte für gelernte Betonbauer, Zimmerer und Fliesenleger sei jedoch der Tariflohn, so der Gewerkschafter. Der liegt bei aktuell 20,63 Euro pro Stunde. "Handwerker sind extrem gefragt - sogar in Zeiten von Corona", berichtet Nicklas. Anspruch auf den Tariflohn haben Gewerkschaftsmitglieder, deren Firma Mitglied im Arbeitgeberverband ist. Nach Angaben von Bauindustrie und -handwerk verzeichnete die Branche im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von bundesweit knapp 140 Milliarden Euro. Mit einem Plus von vier Prozent gilt die Branche als eine zentrale Säule der Konjunktur. red