Erstmals in der Geschichte von "Jugend forscht" Bayern fanden die gesamte Veranstaltung sowie am Freitagnachmittag die Siegerehrung digital statt. Zum Abschluss von drei spannenden virtuellen Wettbewerbstagen wurden die Gewinner von "Jugend forscht" Bayern 2021 geehrt. Darunter waren auch Tobias Wanierke und Josias Neumüller (beide 18 Jahre) vom Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium Kulmbach. Sie hatten im Fachgebiet Technik das Projekt "Easy Vision" umgesetzt, bei dem die Sicherheit bei Feuerwehreinsätzen im Mittelpunkt stand.

Tobias Wanierke und Josias Neumüller haben für ihr Projekt Warnschilder entwickelt, die von Einsatzkräften auch in stark verrauchten Räumen zu erkennen sind. Die Warnschilder sollen sich thermisch von der Umgebung abheben. So können sie den meist bereits vorhandenen Wärmebildkameras der Einsatzkräfte sichtbar gemacht werden. Die Idee dazu hatten die beiden Jungforscher nach einem W-Seminar an der Schule zum Thema "Die Feuerwehr aus der Sicht des Naturwissenschaftlers". Einen während des Seminars entstandenen Prototypen haben Tobias und Josias von Grund auf überarbeitet und mit zwei weiteren Entwicklungsstufen des Prototypen so weit verbessert, dass nun ein praxistaugliches und unmittelbar verwendbares Warnschild vorliegt.

"Es gibt zwei Facetten an ,Jugend forscht‘, die uns besonders faszinieren", erklärte Tobias: "Zum einen die Tatsache, dass man in ein Thema sehr tief eintauchen kann und so in Fachgebiete reinschnuppern darf, die einem sonst in der Schule verwehrt bleiben würden. Zum anderen ist man mit diesem Wissen und diesen Erfahrungen nicht alleine, sondern hat die Möglichkeit, sich während der Wettbewerbe mit gleichgesinnten Teilnehmern und Jurymitgliedern auszutauschen und gemeinsam voneinander zu lernen."

Projektarbeit hat viele Facetten

Die beiden Nachwuchswissenschaftler sind überzeugt davon, dass sie sehr stark von ihrer Teilnahme profitieren. "Neben der Verwirklichung der ursprünglichen Idee muss man sich auch Aspekten wie Dokumentation, Präsentation, Terminierung beziehungsweise filmische Umsetzung widmen. Man lernt so auch die Grundzüge der Projektarbeit kennen", erzählt Josias.

Die Jugendlichen waren dafür live zu einer feierlichen virtuellen Siegerehrung zugeschaltet, durch die der Moderator Willi Weitzel führte. Anna Stolz, Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, war persönlich zugeschaltet, um die Leistung der Nachwuchswissenschaftler zu ehren: "Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner! Die herausragenden Beiträge zeigen: Naturwissenschaften faszinieren unsere jungen Menschen. Ich bin sehr beeindruckt, wie kreativ und innovativ die Schüler ihre eigenen Ideen umgesetzt haben." Anna Stolz lobte zudem die naturwissenschaftliche Expertise und das breite Fachwissen der Schüler: "Interessen und Begabungen im Bereich von Naturwissenschaften und Technik zu fördern, ist eine zentrale Aufgabe der Schulen. ,Jugend forscht‘ leistet hier einen wertvollen Beitrag. Beim Wettbewerb setzen sich die Schüler nicht nur intensiv mit Themen aus Natur, Technik und Gesellschaft auseinander, sie erwerben dabei auch wertvolle Kompetenzen, die im späteren Berufsleben von großer Bedeutung sind: Kreativität, Leistungsbereitschaft und Kommunikationsvermögen."

Anna Stolz dankte auch den Lehrkräften: "Den naturwissenschaftlichen Nachwuchs zu fordern und zu fördern, ist eine Zukunftsinvestition. Für die Lösung der großen Zukunftsfragen brauchen wir originelle Ideen und kreative Köpfe. Mein Dank gilt insbesondere den Lehrkräften, die ihre Schüler zur Teilnahme am Wettbewerb motiviert und bei kniffeligen Fragestellungen unterstützt haben." red