Arkadius Guzy

Auch wenn die Entwicklung des Baugebiets "Berliner Straße I", besser bekannt als "Berliner-Area", seit Jahren zäh verläuft, gibt es doch hin und wieder neue Bauinteressenten. Das jüngste Vorhaben ist jetzt aber an seinen Dimensionen gescheitert.
Ein Bauinteressent wollte in der Mitte des Areals ein Mehrfamilienhaus bauen, doch die Stadt erteilte dem Bauantrag nicht das notwendige Einvernehmen. In dem Gebäude sollten sechs Wohnungen entstehen. Die beiden Erdgeschosswohnungen wären barrierefrei erreichbar. Für die Wohnungen im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss wäre dies nicht möglich, da kein Aufzug eingebaut werden sollte. Neun Pkw-Stellplätze waren für die Bewohner vorgesehen.
Die Pläne für das Haus hatten zunächst in mehreren Punkten von den Vorgaben des Bebauungsplans abgewichen. Daher wurde eine Bauvoranfrage an die Stadt gerichtet, die zunächst zurückgestellt wurde. In Gestalt eines Bauantrags kam das Vorhaben nun erneut auf den Tisch.
Das geplante Mehrfamilienhaus entsprach in der Neuvorlage dem Bebauungsplan - mit Ausnahme eines Punktes: Das Gebäude sollte fast elf Meter hoch werden. Dabei ist im Bebauungsplan lediglich eine Firsthöhe von maximal neun Metern festgeschrieben.
Verwaltung sah darin kein Problem, weil sie keine Auswirkung auf das Nachbargrundstück erwartete. Außerdem waren die mittleren sechs Grundstücke der "Berliner-Area" ja schon einmal für ein Mehrfamilienhaus vorgesehen gewesen.
Doch der Stadtrat folgte dieser Einschätzung nicht - auch aus Rücksicht auf die Interessen der Nachbarschaft. Hinter der Ablehnung des Bauantrags stand der Verweis auf den Bebauungsplan. Der allgemeine Tenor lautete: Wenn die Stadt schon einen Bebauungsplan für ein Areal habe, sollte sie ihn auch einhalten. Ansonsten würde dieser keinen Sinn machen.