"Seit einem Jahr kämpfen wir darum, die ärztliche Versorgung der Gemeinde für die Zukunft zu sichern. Jetzt sind wir fast auf der Zielgeraden angekommen", betonte Bürgermeister Bruno Kellner (VU) zum Bebauungsplan "Sondergebiet Medizinisches Versorgungszentrum". Entstehen soll ein Gebäude mit Arztpraxen, Apotheke und sonstigen medizinischen Dienstleistungen. Außerdem ein Bank-Container, der wahrscheinlich im Haus integriert wird.
Zu diesem Thema erklärte der Diplom-Geograf Kai Kutzner von der Planungsgruppe Strunz im Marktgemeinderat die Stellungnahmen und notwendigen Beschlüsse nach der öffentlichen Auslegung. Die umfangreiche Stellungnahme eines Bürgers sei ausführlich behandelt worden. Unter anderem wurde die Rechtsform des Medizinischen Versorgungszentrums bemängelt. Hier lautete der Beschluss, dass die Rechtsform für das Bebauungsplanverfahren unerheblich sei. Der Markt Rattelsdorf als Träger der Planungshoheit werde mit dem Projektbetreiber einen städtebaulichen Vertrag schließen.
Weitere Kritikpunkte waren, dass das MVZ mit 59 Parkplätzen auf eine dreieckige Fläche gezwängt werde, diese wären doch besser immissionsreduzierend auf der Rückseite des Gebäudes untergebracht. Außerdem ging es um die zunehmende Verkehrsbelästigung in der Woche und am Sonntag und den Umgang mit der Natur unter dem Aspekt der Ausgleichsflächen.


Keine Verkehrsgefährdung

In den Beschlüssen wurde darauf hingewiesen, dass das Grundstück effizient genutzt werde. In Sachen Verkehrsbelästigung würden die schalltechnischen Berechnungen beweisen, dass keine immissionsreduzierenden Maßnahmen erforderlich seien, da die Beurteilungspegel weit unterhalb der zulässigen Werte lägen. Der Vorwurf der Verkehrsgefährdung werde nach Überprüfung der Straßenverhältnisse ebenfalls zurückgewiesen. Zur beanstandeten Rodung eines Gehölzes wurde geantwortet, dass diese Rodung in keinem Zusammenhang mit dem MVZ stehe und schon vor längerer Zeit erfolgt sei.
Die Abteilung Naturschutz beim Landratsamt beanstandete, dass der Bau die Baulücke zwischen Ebing und Rattelsdorf südlich der Kreisstraße schließe. Das Zusammenwachsen von Ortschaften solle aus Gründen des Landschaftsschutzes vermieden werden. Letztlich müsse diese Auswirkung in der Wahl des Kompensationsfaktors berücksichtigt werden. Beschlossen wurde hierzu mit einer Gegenstimme, dass im Regionalplan kein Trenngrün mehr vorgesehen sei und auch keine Begrenzung der Siedlungsentwicklung in Richtung Ebing. Die höhere Landesplanung (Regierung von Oberfranken) hat keine Einwände. Die Ausführungen zur Ausgleichsfläche wurden zur Kenntnis genommen und im Textteil entsprechend ergänzt.
Keine Bedenken gab es von der Abteilung Bodenschutz, Immissionsschutz, Bauleitplanung und der Regierung von Oberfranken. Der Billigungs- und Auslegungsbeschluss wurde einstimmig gefasst. Der Entwurf des Bebauungsplans wird erneut öffentlich ausgelegt.
Laut Baugesetzbuch ist die Frist zur erneuten Stellungnahme auf zwei Wochen begrenzt. Stellungnahmen können nur zu den geänderten und ergänzten Teilen abgegeben werden. Das sind unter anderem die Erweiterung der Ausgleichsfläche, Ausschluss metallischer Dacheindeckung, Eintragung einer Grunddienstbarkeit für Geh- Fahr- und Leitungsrecht und die Aufnahme der Lärmberechnung zur B 4.