Eine der im Raum stehenden möglichen Trassenvarianten des SüdOstLinks (Wolmirstedt - Isar) tangiert den Landkreis Kulmbach am östlichen äußersten Rand. "Doch ich halte diese Variante für nicht tragfähig, da unter anderem das Prinzip der Geradlinigkeit verlassen wird und so automatisch höhere Kosten entstehen", kommentiert die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) die Veröffentlichung der möglichen Trassenkorridore durch TenneT.
"Es handelt sich hierbei um eine von verschiedenen Varianten, und entscheidend ist vor allem die Zusage der hundertprozentigen Erdverkabelung. Das heißt, die CSU hat sich durchgesetzt: Keine Monstertrasse durch Bayern!"
CSU Landtagsabgeordneter Ludwig Freiherr von Lerchenfeld wertete es als persönlichen großen Erfolg, dass die Leitungsprojekte komplett als Erdkabel umgesetzt werden sollen. "Schon im Januar 2015 habe ich mich schriftlich und persönlich an unsere Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) gewandt, um prüfen zu lassen, inwieweit die Erdverkabelung eine machbare Alternative zum konventionellen Trassenbau darstellt.


Weniger Betroffenheit

Auch Emmi Zeulner betont, dass es bei den vorgelegten Alternativen mit einer Erdverkabelung zu deutlich weniger Betroffenheiten vor Ort kommen werde, als dies bei einer Freileitung der Fall wäre.
Doch auch den Einschnitt am Rande des Landkreises Kulmbachs im Bereich von Marktschorgast und Himmelkron will die Abgeordnete nicht so einfach hinnehmen. "Es gilt jetzt nochmals alle Argumente zu sammeln, die gegen diesen Verlauf sprechen und zu kämpfen." Besonders die gesetzlich vorgeschriebene Geradlinigkeit des Verlaufs muss in den Fokus der weiteren Diskussionen rücken: "Wir haben nicht umsonst im Gesetz die Geradlinigkeit festgeschrieben - dies dürfen die Netzbetreiber bei ihren Planungen nicht übergehen. Ziel war es, weniger Betroffenheiten entlang der Trasse zu schaffen und unnötige Schwenker im Verlauf zu vermeiden. Hier geht es am Ende auch um die Kosten. Denn längere Leitungen bedeuten deutlich höhere Kosten."
Die Abgeordnete weiter: "Egal, wie das Ergebnis über die Trassenvarianten ausgeht, so gilt es eine Forderung sehr deutlich mit dem Bau des SüdOstLinks zu verbinden: Dort, wo Erdkabel verlegt werden, gilt es, über Glasfaserkabel schnelle Datenautobahnen mit in die Planungen und den Bau einzubeziehen", meint Emmi Zeulner. Der Zeitablauf sieht nun vor, dass bis Ende Oktober noch intensive Diskussionen zwischen TenneT und den Betroffenen und Politikern vor Ort über die Varianten erfolgen. Im ersten Quartal 2017 sollen dann die abschließenden Trassenvarianten bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. "Wir haben also noch Zeit, indem wir erst im Dialog mit TenneT und dann direkt mit der Bundesnetzagentur überzeugen müssen, warum die Variante am Landkreis Kulmbach vorbei nicht die wirtschaftlich und stromtechnisch beste ist." red