Bei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins des Marktes Maßbach im Rentamt in Poppenlauer standen Neuwahlen an. Die 2. Vorsitzende Martina Roth, die bislang stellvertretend für die 1. Vorsitzende die Geschäfte führte, wird künftig die Führung des Heimatvereins übernehmen. Auch mehrere andere Posten wurden neu besetzt, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins.

Martina Roth zählte auch die Aktionen auf, die wegen der Coronavorgaben nicht stattfinden konnten: Martinszug, Teilnahme am Rakoczy-Festzug, Aktion "Wunderbar - Wanderbar", die Festspiele und vieles mehr. Sie informierte über Anschaffungen, so unter anderem eine Spülmaschine für die Küche und Biertisch-Garnituren mit Lehne für den Theatergarten. Auch sollte eine neue Hausordnung bei der Vermietung der Räume auf dem Theatergelände

Klarheit schaffen. Sie lobte die Förderung der Anschaffungen durch das Schweinfurter Oberland und die großzügige Bezuschussung durch die Verwaltungsgemeinschaft Maßbach.

Roth erwähnte auch, dass die Kirchengemeinden an sie herangetreten seien, mit der Bitte Gottesdienste auf dem Theatergelände abhalten zu dürfen, was auch gerne gewährt wurde. Sie hob noch hervor, dass im Juli die Gruppe Classic Brass ein Konzert auf dem Theatergelände gegeben hatte, welches sich großer Resonanz erfreute. Für künftige Theatervorstellungen konnte sie noch keine konkreten Zusagen machen, die Termine seien aber bekannt: 2. und 3. Wochenende im Juli, Freitag bis Sonntag.

Der 2. Vorsitzende, Sparte Museum und Geschichte, Klaus Bub, betonte, dass der Museumsbesuch quasi auf Null geschrumpft sei, da er keine Möglichkeiten gehabt hätte, die Coronaregeln anzuwenden. Er lieh stattdessen Exponate aus, um wenigstens den Kleinen in der Thundorfer Kita eine Freude zu bereiten. Allerdings erhielt er aus Privathand Gegenstände, die das Museum bereicherten, so eine fürstbischöfliche Urkunde, welche die Bevölkerung um Spenden bat für die angeblich abgebrannte Kirche in Maßbach, wo kurioserweise zu dieser Zeit sich noch gar keine katholische Kirche befand. Auch erhielt er eine komplette Sammlung landwirtschaftlicher Geräte als gebastelte Miniaturen.

Beitrag für jüdische Geschichte

Für die jüdische Geschichte in der Verwaltungsgemeinschaft konnte Bub einen wichtigen Beitrag leisten. So kaufte er mit Hilfe von Spenden und Zuschüssen einen aus Poppenlauer stammenden Thora-Vorhang von 1867 zurück, ließ Stolpersteine in Poppenlauer verlegen, trieb das Anlegen eines Gedenkortes für die Judendeportation voran, indem er für den Koffer, das Bahngleis und die Info-Tafel sorgte und freute sich, dass der jüdische Friedhof in die Liste der schützenswerten bayerischen Denkmäler aufgenommen wurde. Neben zahlreichen ande-

ren Beiträgen über die jüdische Geschichte informierte Bub auch, dass zwei Theaterpädago-

ginnen des Fränkischen Theaters Schloss Maßbach einen sogenannten "Audio-Walk" erstellten, in dem sie Episoden ehemaliger jüdischer Einwohner vor Ort erzählten, die mit einer App per Handy gehört werden könnten. Er gab auch bereits feststehende Termine bekannt.

Beim Kassenbericht von Herbert Will stellte sich heraus, dass die fehlenden Aufführungen und die getätigten Ausgaben ein großes Loch in die Kasse gerissen hätten. Er stellte fest, dass für das Überleben des Vereins dringend Theatervorstellungen erforderlich seien.

Neuwahlen

1. Vorsitzende: Martina Roth, gleichberechtigte Stellvertreter: Reiner Müller (Theater), Klaus Bub (Museum und Geschichte), Schriftführerin: Antje Aidelsburger, Kassier: Gudrun Günzel, Beisitzer: Udo Hochrein, Armin Schüller, Harald Günzel, Wolfgang Rützel, Günter Aidelsburger, Carolin Köth (in Abwesenheit).

Die neue 1. Vorsitzende Martina Roth verabschiedete die ausscheidenden Vorstandsmitglieder mit Dankesworten und einem kleinen Präsent. red