Martha Rödel-Schaller, ein Urgestein der Kommunalpolitik und der Kulmbacher CSU-Familie, feierte ihren 90. Geburtstag. Die Jubilarin ist in Nürnberg geboren. Durch die Heirat mit Alfred Schaller fand sie 1951 in der Drahtmühle bei Ludwigschorgast eine neue Heimat. Hier führte sie als Meisterin der ländlichen Landwirtschaft Haus und Hof.

Sehr schnell wuchs die weltoffene "Schallers Martha", wie sie immer noch liebevoll genannt wird, in die dörfliche Gemeinschaft hinein und übernahm auch Verantwortung. So wählten sie die "Schorchätzer" Bäuerinnen 1970 zur Ortsbäuerin. Nur zwei Jahre später schaffte sie für die CSU auf Anhieb den Sprung in den Gemeinderat Ludwigschorgast und in den Kreistag des Landkreises Kulmbach.

Ihre außergewöhnliche Schaffenskraft und Zielstrebigkeit hat sie schnell weit über die Grenzen ihrer Heimatgemeinde hinaus bekannt gemacht. Sie war die erste Frau im Kreistag: "Ich wollte, dass sich mehr Frauen für die Politik interessieren und sich auch in die kommunalen Parlamente wählen lassen."

Es war keine leichte Aufgabe, doch Martha Rödel-Schaller bewies Ausdauer und ließ in ihrem Bemühen nicht nach, Frauen für das kommunale Geschehen in den Dörfern zu gewinnen. Sowohl im Gemeinderat als auch im Kreistag Kulmbach galt sie 30 Jahre lang als kommunalpolitische Dauerläuferin.

Martha Rödel-Schaller ist wohl die einzige Frau im Landkreis Kulmbach, die unter drei Landräten - Kurt Held, Herbert Hofmann und Klaus Peter Söllner - im Kreistag saß. Der frühere Landtagsabgeordnete Hofmann war für die Jubilarin dabei eine besondere Hilfe in der politischen Arbeit: "Ein treuer Wegbegleiter, der mich sehr viel unterstützt hat," wie sei selbst sagt.

1990 schaffte Martha Rödel-Schaller auf der Liste der CSU sogar den Sprung in den Bezirkstag. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit standen immer die Entwicklung und die Probleme ihrer Heimat. Sie war eine Kommunalpolitikerin, die nie polarisierte, sondern immer den Ausgleich und die Zusammenarbeit mit allen Fraktionen suchte.

Nicht zu vergessen ist auch ihr Wirken im Zweckverband des Klinikums Kulmbach. Martha Rödel-Schaller hat als ehemalige stellvertretende Vorsitzende des CSU-Kreisverbands Kulmbach, Kreis- und Bezirksvorsitzende der Frauen Union sowie ehrenamtliche Frauenbeauftragte des Landkreises zahlreiche Auszeichnungen erhalten. So ist sie Trägerin der silbernen und goldenen Bürgermedaille des Landkreises Kulmbach, des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der goldenen Bürgermedaille der Marktgemeinde Ludwigschorgast, der Ehrenmedaille in Silber des Bezirks und Ehrenvorsitzende der Senioren Union Kulmbach.

Natürlich wurden Martha Rödel-Schaller an ihrem Ehrentag zahlreiche Glückwünsche zuteil. So ließ es sich Landrat Klaus Peter Söllner (FW) nicht nehmen, persönlich zu gratulieren: "Martha Schaller war für uns eine Institution, denn sie war über viele Jahre im Gemeinderat, im Kreistag und im Bezirkstag vertreten. Was ich an ihr besonders geschätzt habe, das war ihre offene Art. Wenn zum Beispiel Meinungen aufeinandergeprallt sind, war sie immer jemand, der Brücken gebaut hat. Sie hat für uns großartige Arbeit geleistet."

Die Glückwünsche der Gemeinde Neuenmarkt und auch für den CSU-Ortsverband Neuenmarkt überbrachte Bürgermeister und CSU-Ortsvorsitzender Alexander Wunderlich.

Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani (CSU) gratulierte einer verdienten Bürgermedaillenträgerin des Marktes Ludwigschorgast und übermittelte auch die Glückwünsche der Frauen Union. Kreisvorsitzen-der Erhard Hildner gratulierte für die Senioren Union.

Weitere Gratulanten waren die Vertreter der Sparkasse Kulmbach, des FC Ludwigschorgast und des Musikvereins Ludwigschorgast.