Am Pressecker Knock soll ein neuer, moderner Aussichtsturm gebaut werden. Der marode Vorgänger ist bereits abgerissen worden. Die Kosten dafür übernahm der Stadtsteinacher Unternehmer Benno Dressel. Geholfen haben ihm Altbürgermeister Siegfried Beyer sowie die Mitarbeiter des örtlichen Bauhofs. Der aus dem Jahr 1985 stammende Turm durfte schon länger nicht mehr betreten werden.

Die 20 Meter hohe Holzkonstruktion war teils verfault, zudem hatten sich bereits Bretter gelöst. Der Frankenwaldverein als Eigner sah sich angesichts geschätzter Kosten von 20.000 Euro außerstande, den Abriss von einer Firma durchführen zu lassen. Zum einen wäre es sehr schwer gewesen, dafür überhaupt ein Unternehmen zu finden. Also führte Dressel die Abrissarbeiten unentgeltlich durch. Die Überreste werden derzeit von Freiwilligen verwertet. Erste Teile sind bereits abtransportiert worden.

Überraschende Entdeckung

Dabei stießen die Arbeiter auf eine Überraschung: In der Kugel auf der Spitze des Turms fanden sich alte Dokumente aus dem Erbauungsjahr. Im kupfernen Behältnis kamen eine Tageszeitung, eine Zeitschrift des Frankenwaldvereins, eine Liste der am Bau beteiligten Handwerksbetriebe, alte Fotografien des ersten Turms aus den 30er Jahren sowie Geldmünzen zutage. Das Konvolut wurde der Gemeinde Presseck übergeben.

Bürgermeister Christian Ruppert würdigte das Engagement Dressels. "Benno ist ein Mann der Tat. Er redet nicht viel, sondern setzt sich für das Gemeinwohl ein. Wir bräuchten mehr Menschen dieses Zuschnitts in unserer Gesellschaft."

Dieter Frank, Vorsitzender des Frankenwald-Hauptvereins, zeigte sich ebenfalls sehr dankbar: "Ich bin sehr glücklich, dass das so gelaufen ist." Man habe so eine große Belastung für alle Mitglieder vermieden, deren Beitragssätze erst kürzlich angehoben werden mussten.

Doch damit nicht genug. Benno Dressel überreichte bei einem Ortstermin am Pressecker Knock eine überaus großzügige Spende. Der neue Aussichtsturm wird 2,5 Millionen Euro kosten und unweit des bisherigen Standorts entstehen. Das Gebäude wird in Hybrid-Bauweise erstellt: Tragende Teile bestehen aus witterungsbeständigem Metall, statisch unkritische aus Holz. Mit 40 Metern wird er doppelt so hoch wie sein Vorgänger und eine überragende Aussicht über die Höhen des Frankenwalds bieten.

Die Zuwendung Dressels geht an den Hauptverein und von dort aus an die Gemeinde Presseck, die rund 680.000 Euro als Eigenmittel zum Projekt beisteuert. Das Projekt wird von der Europäischen Union gefördert. Weitere wichtige Finanzierungspartner sind die Oberfrankenstiftung (1,085 Millionen Euro), der Landkreis Kulmbach (100.000 Euro) sowie die Raiffeisenbank und die Sparkasse Kulmbach-Kronach (je 10.000 Euro).

Laut Bürgermeister Ruppert wurde die entsprechende Bauvoranfrage bereits gebilligt. Die Unterlagen liegen derzeit zur Genehmigung beim Landwirtschaftsministerium. Ruppert hofft auf eine rasche Zusage, damit man das Vorhaben zügig umsetzen kann. Denn Ende 2024 muss alles in trockenen Tüchern sein: Dann ist das Verfallsdatum des Leader-Programmes erreicht.