In Heldritt tut sich was. Nachdem der Bad Rodacher Stadtteil auf Initiative der dort ansässigen Stadträte erstens zum Bioenergiedorf werden soll, zweitens eine neue dreigruppige Kindertagesstätte mit 62 Betreuungsplätzen entstehen wird, traf der Ausschuss für Bau, Umwelt und Digitalisierung in seiner jüngsten Sitzung für Heldritt eine dritte Entscheidung: Aus dem Gemeindehaus soll ein echtes Dorfgemeinschaftshaus werden. Es soll den Bedürfnissen der Einwohner und Vereine gerecht werden. Das beschlossen die Ausschussmitglieder einstimmig.

Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) betonte, dass hierfür sehr genau geplant werden müsse. "Bei so einem Projekt bist du schnell einen sechsstelligen Betrag los." Die Marschroute hin zu einem modernen Gemeindezentrum fasste er in einem Satz zusammen: "Es ist besser, wenige, aber dafür leistungsfähige Gebäude zu haben, als viele, in die keiner reingehen will." Nun will sich die Stadt Angebote von Fachbüros einholen, um die ersten Kosten ermitteln zu lassen. Im Sommer will Tobias Ehrlicher mit den Bürgern ins Gespräch kommen, um Wünsche und Anregungen in Erfahrung zu bringen.

Vor geraumer Zeit wurde beschlossen, das Jagdschloss barrierefrei auszubauen und einen notwendigen zweiten Fluchtweg zu schaffen. Der Bauausschuss wurde damit konfrontiert, dass die kalkulierte Kostensteigerung von 370 000 Euro auf 550 000 Euro nicht das Ende der Fahnenstange sei. Nach aktuellen Berechnungen wird der letzte Ansatz wohl um weitere vier bis fünf Prozent überschritten werden. Den Grund für die Kostenmehrung sah Geschäftsleiter Uwe Schmidt darin, dass das Architekturbüro bei der Kostenschätzung falsche Ansätze zugrunde gelegt habe. "Es wurden Einheitspreise für normale Bauarbeiten angesetzt und dabei nicht berücksichtigt, dass viel Handarbeit anfällt", sagte Uwe Schmidt. "Zur Ehrenrettung" des Architekturbüros ergänzte Bürgermeister Ehrlicher, dass bei der ersten Schätzung noch nicht klar gewesen sei, dass ein zweiter Rettungsweg notwendig wird. Deutlich machte Bürgermeister Ehrlicher, dass ohne die enorm hohen Zuschüsse die Frage im Raum gestanden hätte: "Kann sich die Stadt das Projekt leisten?" Aber sowohl die Städtebauförderung als auch die Oberfrankenstiftung hätten zugesagt oder signalisiert, sich an der Kostendifferenz zu beteiligen. Der Eigenanteil liegt nach Worten von Ehrlicher derzeit bei 130 000 Euro.

Für den Zweiten Bürgermeister Ernst-Wilhelm Geiling (FW) ist die enorme Kostensteigerung "unbegreiflich". Uwe Schmidt deutete an, dass eine komplette Neuausschreibung höchstwahrscheinlich keinen Fortschritt bringen werde. Denn von sieben angeschriebenen Firmen hätten nur zwei ein Angebot abgegeben.

Am Ende wurde Aufträge im Wert von etwa 180 000 Euro für die Rohbau- und Aufzugsarbeiten vergeben.

Tiefer in die Tasche greifen müssen zukünftig Grundstückseigentümer, wenn sie die geforderte Anzahl an Pkw- Stellplätzen nicht nachweisen können. Bisher galt ein Ablösebetrag von 5000 Mark (2556 Euro). Die Verwaltung hatte nun 3500 Euro vorgeschlagen. Ernst-Wilhelm Geiling und Christoph Herold (CSU) ging die Erhöhung nicht weit genug. "Der Ablösebetrag darf nicht niedriger als die Schaffung eines Stellplatzes sein", war deren Meinung. Der Ausschuss einigte sich auf 5000 Euro.

Die Brücke über den Hetschbach in der Straße "Zur Schwaige" muss erneuert werden. Um auch hier vorwärtszukommen, wurde ein Statikbüro mit der Objekt- und Tragwerksplanung beauftragt.