Altenkunstadt  —  Die Hochbehälter sind die Wasserspeicherreservoirs eines Ortes. Damit das kostbare Nass aus den Hähnen in hygienisch einwandfreiem Zustand fließt, müssen sich diese in erstklassigem Zustand befinden. An den Hochbehältern in den Altenkunstadter Ortsteilen Woffendorf und Spiesberg nagt der Zahn der Zeit und zwar in unterschiedlichem Maße. Darauf wies Diplom-Ingenieur (FH) Burkhard Bittner von der Pfk Ansbach GmbH den Gemeinderat bei seiner Sitzung im katholischen Pfarrjugendheim hin.

„Die Anlage in Woffendorf, die in vier Kammern 1600 Kubikmeter Wasser speichert, weist strukturelle Mängel wie Gebäude- und Setzungsrisse auf, die sich durch eine Sanierung nicht mehr auffangen lassen“, sagte der Experte. In Spiesberg seien solche nicht vorhanden. Mit Blick auf Woffendorf empfahl Bittner der Gemeinde, nichts über das Knie zu brechen, sondern behutsam mit überschaubaren Maßnahmen für einen risikoarmen Betrieb in den nächsten fünf Jahren zu sorgen. Damit das Wasser hygienisch einwandfrei aus der Anlage abläuft, riet er, die beiden abgehenden Leitungen mittels UV-Desinfektion dauerhaft zu hygienisieren. Die Gesamtkosten für die Sofortmaßnahmen bezifferte der Referent auf rund 130.000 Euro.

Parallel dazu sollte die Anlage in Spiesberg saniert werden, die in zwei Kammern 250 Kubikmeter Wasser speichert. Der Redner empfahl, den alten Beton des Hochbehälters auf Schadstoffe zu untersuchen und Wasserkammern in Edelstahl auszukleiden. Die Gesamtkosten für die Sanierung, die 2024 abgeschlossen sein soll, schätzte er auf 500.000 bis 700.000 Euro. „Ein vergleichbarer Neubau wäre rund 100 Prozent teurer“, sagte Bittner. Sein Sanierungskonzept für die Hochbehälter wurde einstimmig gebilligt.

Der Bebauungsplan Gartenäcker in Maineck aus dem Jahr 1994 ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit, was Baustil und Ökologie betrifft. Die d-invest GmbH , ein Tochterunternehmen der Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH mit Sitz in Weismain, die Wohngebiete erschließt, will das ändern. Die Zahl der Bauplätze soll von acht auf zwölf erhöht werden. Neben Einfamilienhäusern sind auch Doppelhäuser möglich. Eine Anwohnerin aus Maineck möchte ihr Grundstück über einen Fußweg an den Wendehammer des Baugebietes anbinden. Eine solche Verbindung war im allerersten Entwurf enthalten. Inzwischen verständigten sich Gemeindeverwaltung und Erschließungsträger darauf, sie wieder herauszunehmen.

Die Antragstellerin begründet die Notwendigkeit des Weges mit der geplanten Nachmittagsbetreuung von Kindern sowie der dauerhaften Aufnahme von Pflegekindern. Diese Anbindung des Grundstückes sei dafür weniger gefährlich als eine über die Kreisstraße „Am Sand“ argumentierte die Bürgerin. Zudem könnte eine bessere Verbindung zum geplanten Reitzentrum hergestellt werden. Prokurist Simon Ries von der d-invest GmbH und Bürgermeister Robert Hümmer ( CSU ) lehnten den Antrag der Bürgerin ab. Ries erinnerte daran, dass der Fußweg ursprünglich als öffentliche Verbindung für die Allgemeinheit zwischen dem Baugebiet und dem Ortsbereich „Am Sand“ gedacht gewesen sei. Nachdem keine Dienstbarkeit über ein bestimmtes Grundstück vorliege, würde der Weg am Privatgrundstück enden. „Es besteht dann kein öffentliches Interesse am Weg mehr“, klinkte sich Hümmer ein. Er erinnerte daran, dass für einen privaten Weg, der an eine öffentliche Straße anschließt, Erschließungsgebühren von der Antragstellerin zu zahlen seien. So wie Hümmer und Ries sah es auch eine Mehrheit im Gremium. Mit elf zu sieben Stimmen wurde der Antrag auf Errichtung einer Fußwegverbindung abgelehnt.

Im April hatte der Gemeinderat beschlossen, den Bau des Lehrschwimmbeckens um zwei Jahre zu verschieben. Werden sich der Landkreis Lichtenfels, die Nachbarkommunen Burgkunstadt und Weismain sowie die Baufirma Dechant auch weiterhin an dem verschobenen Projekt beteiligen? Vom Landkreis und der Stadt Burgkunstadt liegt noch keine Stellungnahme diesbezüglich vor. Die Stadt Weismain teilte der Gemeinde Altenkunstadt mit, 2024 nach Vorlage aller Baukosten, einen Beschluss zu fassen. Bauunternehmer Alois Dechant schrieb, dass er nicht wisse, ob er in zwei Jahren noch Verantwortung bei dem Unternehmen trage, das sich mit 250.000 Euro an dem Bau beteiligen wollte. Von dieser Zeitung darauf angesprochen, ob nicht seine Söhne eine Zusicherung abgeben könnten, meinte er: „Angesichts enormer Preissteigerungen wissen wir nicht, wie die wirtschaftliche Lage der Firma Dechant in zwei Jahren ausschaut.“ Er wolle sich dafür einsetzen, Stiftungen als Zuschussgeber für das Lehrschwimmbecken zu gewinnen und diesbezüglich das Gespräch mit dem Altenkunstadter Bürgermeister suchen, so Dechant .

Die DLRG Burgkunstadt bringt den Grundschülern aus Alten- und Burgkunstadt sowie Weismain im Michelauer Hallenbad das Schwimmen bei. Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff teilte mit, dass die DLRG ihren Vertrag zum Schuljahresende 2022 gekündigt habe. Hümmer ergänzte, dass die Organisation für neue Verhandlungen über einen Schwimmunterricht in Michelau mit den Kommunen Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain bereit sei.