Nicht wie sonst üblich im Bauausschuss, sondern vom Stadtrat wurde ein Bauantrag behandelt, für den ein Tekturplan nachgereicht werden sollte. Es geht dabei um den Bau eines Einfamilienwohnhauses mit einer Doppelgarage mit Abstellraum auf der Heinrichshöhe.

Tektur-Pläne werden dann benötigt, wenn die mit dem Bauantrag überreichten Pläne nachträglich verändert und genehmigt werden sollen. Anhand des Lageplans war einzusehen, dass sich der Gebäudestandort nach dem gemeindlichen Einvernehmen verändert hat: Durch eine Drehung an der südlichen Seite ist eine Überschreitung der Baugrenze um 1,98 Meter festzustellen. Die Höhe des Gebäudes hat sich im Zuge der bereits erfolgten Baumaßnahmen ebenfalls verändert; diese wird 0,84 Meter niedriger.

Landratsamt stellte den Bau ein

Nach Baubeginn wurde festgestellt, dass der Gebäudestandort elf Meter von den Vorgaben abweicht. Deshalb muss für einen Weiterbau ein Tekturantrag gestellt werden und ein erneutes Einvernehmen der Stadt Weismain ist dafür erforderlich. Der Weiterbau unter den beschriebenen Umständen wurde inzwischen vom Landratsamt Lichtenfels eingestellt. Im Bescheid des Landratsamtes wurde auch vermerkt, dass vor Baubeginn die Grundfläche der baulichen Anlage durch ein Schnurgerüst abgesteckt und ihre Höhenlage festgelegt sein muss. Es darf erst mit Arbeiten begonnen werden, wenn dieses Gerüst eingemessen wurde. Erforderlich ist außerdem, dass dafür ein Absteckungsprotokoll der ausführenden Firma oder des Architekten die Übereinstimmung mit den Bauantragsunterlagen bestätigt. Ergibt sich im Hangbereich ein Gefälle-Unterschied von einem Meter, ist eine Absteckbescheinigung nach der ersten Genehmigung vorzulegen. Auch bestehen aus naturschutzfachlicher Sicht erhebliche Bedenken gegen den Bau (zu nah am Wald beziehungsweise könnte eine weitere Rodung notwendig werden, die gar nicht zulässig ist).

Es wird in den weiteren Planungen darüber nachgedacht, in der Baumfallzone Auflagen für einen verstärkten Dachstuhl und ein Verbot für Aufenthaltsflächen aufzunehmen. Nach Aussage der Firma Dechant steht der Bauherr bereits in Verhandlungen mit dem jetzigen Waldbesitzer. Dabei müssen die Auflagen der Unteren Jagdbehörde beachtet werden.

Bürgermeister Michael Zapf (GUB) zeigte sich nicht gerade zufrieden mit dem Verlauf dieser Angelegenheit, beschäftige dieser Antrag den Stadtrat und die Verwaltung doch schon länger. „Dreimal sind zweimal zu viel“, war seine Meinung. Es habe sich gezeigt, dass mehr Beteiligte die Sache nicht leichter machen. Es müssten Dinge, von denen die Stadt nichts wisse, von allen Beteiligten besser kommuniziert werden.

Viel Kritik wurde laut

Da im Moment kaum mit weiteren Problemen zu rechnen ist, war Zapf dafür, dem Antrag zuzustimmen.

Michael Dreiseitl ( SPD ) meinte dazu, dass das, was gelaufen ist, schöngeredet werde: „Elf Meter außerhalb der Norm sind nicht hinnehmbar.“ Auch seien schützenswerte Bäume dabei kaum ins Gewicht gefallen.

Ursula Gommelt (Grüne) machte deutlich, dass sie keinerlei Vorbehalte gegen den Bauherrn oder die Baufirma habe. Dass aber selbst der Förster, was die Baumfallgrenze betrifft, Vorbehalte habe, müsse bei Bebauungsplänen mehr ins Gewicht fallen. Auch Schutzgebiete für Natur und Allgemeinheit seien kaum eingeplant worden. Sie könne mit ruhigem Gewissen dem Tekturplan nicht zustimmen.

Michael Bienlein ( CSU ) vertrat die Meinung, dass der Wille, den eingereichten ersten Plan zu erfüllen, nicht gegeben sei. In Zukunft sollte bei derartigen baulichen Verfehlungen einem eingereichten Tekturplan nach bereits vollzogenen baulichen Schritten nicht mehr zugestimmt werden.

„Regeln, an die sich alle zu halten haben“

Auch Janine Brunecker (GUB/FW) sprach von einer „unschönen Sache“, die entstanden sei. Es gebe Regeln, an die sich alle zu halten haben, meinte sie unmissverständlich.

Trotz aller Vorbehalte wurde der Tekturantrag mit einer Gegenstimme von Ursula Gommelt doch gebilligt.

Kämmerin Carmen Bezold führte aus, dass die Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2020 von der Kämmerei erstellt worden sei. Danach schließe der Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit rund 12,16 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit rund 7,99 Millionen Euro ab.

Am 31.12.2020 betrug die Pro-Kopf-Verschuldung 3733,12 Euro. Der Jahresrechnung wurde zugestimmt.

Weiterhin keine städtischen Märkte

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie waren bereits im Januar die üblichen städtischen Märkte in Weismain abgesagt worden. Diese Verfügung sollte nun bis zum 31. Juli verlängert werden. Stadtrat Jochen Schäfer ( CSU ) sprach sich angesichts der ständigen gesetzlichen Änderungen und Neuerungen im Pandemiegeschehen dafür aus, diese Zeitspanne bis zum Juni zu verkürzen. Dies wurde vom Gremium einstimmig beschlossen.

Auf die Nachfrage nach einem möglichen grünen Markt in Weismain erklärte Bürgermeister Michael Zapf, dass dies geprüft und mit heimischen Ausstellern und Verkäufern gesprochen werde. Der Kontakt werde ausgeweitet.

Des Weiteren teilte Zapf mit, dass der Umzug der Stadtverwaltung Konturen annehme. Hauptumzugszeit werde die Woche vom 14. bis 18. Juni sein.