Mit 2021 hat dabei ein ganz besonderes Vereinsjahr für die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft begonnen, denn ein Blick in das Protokollbuch liefert den Beweis dafür, dass 1881 die Gründungsversammlung des Schützenvereins von Altenkunstadt stattfand.

Seit dieser langen Zeit war immer viel Flexibilität von den Schützen gefordert. So gab es einstmals eine Schießstätte an der Baiersdorfer Straße, die die Bezeichnung "Friedrichshöhe" trug, dann dienten die Leikeim-Säle (BMF) als Festgelände. Ein beliebter Treffpunkt über Jahre hinweg war zudem die Gastwirtschaft Mainbrücke (heute Pizzeria "Bei Gino") und man höre und staune, denn selbst hier gab es sogar Schießabende; diese fanden übrigens auch im Garten der Gastwirtschaft Sternschnuppe statt. Dann dienten wieder das Firmengelände der Porzellanfabrik Nehmzow, der Festplatz an der Theodor-Heuss-Straße, der Parkplatz am Bootshaus und zuletzt die Umgebung der Grundschule als Festgelände. Das 125. Jubiläum konnte sogar auf dem Parkplatz der Baur-Kaufwelt stattfinden.

Doch wird diesmal nichts mehr so sein wie in den Jahren davor, wobei mit dem einzigen Begriff "Corona" schon alles gesagt ist. Diese Pandemie war nicht nur für die Absage des Schützenfestes ausschlaggebend, sondern sorgte in den vergangenen Monaten beim Altenkunstadter Schützenvereinen weiterhin dafür, dass es weder ein Königsessen, die Weihnachtsfeier , geschweige denn die beliebten Vereins- und Schießabende gab. Auch die Jugendarbeit, wichtig für die Zukunft jedes Vereins, war kaum möglich. Besonders hart betroffen ist dabei die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft von Altenkunstadt in diesem Vereinsjahr, indem eigentlich das 140-jährige Bestehen hätte gefeiert werde können. Doch wie vielen anderen Ortsvereinen, so erging es auch den Schützen, denn die Sanierung der Grundschule von Altenkunstadt erforderte es natürlich, dass alle Räumlichkeiten leer geräumt werden mussten, um die geplanten Maßnahmen durchführen zu können.

Schießanlagen abgebaut

Bei der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft wurden deshalb alle Schießanlagen abgebaut, die Trophäen und insbesondere die dekorativ gestalteten Schützenscheiben sorgsam verpackt und an sicherer Stelle untergebracht.

Das Vereinsleben selbst ging, wie bei allen anderen Ortsvereinen, so schlecht und recht vonstatten und der Vorstand bemühte sich, dieses ganz einfach lebendig zu erhalten, wenngleich es natürlich viel Flexibilität, eine Fülle von neuen Anstrengungen und ungewohnte Entscheidungen erforderte.

Dabei wäre ein aktives Vereinsleben gerade für den Schützenverein wichtig gewesen.

Doch ließ die Corona-Pandemie die Schützengesellschaft weiterhin nicht los; insbesondere als es um die Planungen für das neue Jahr ging, denn das Vereinsgeschehen war in den vergangenen Monaten ja regelrecht zum Erliegen gekommen. Kann und darf ein Schützen- und Volksfest abgehalten werden oder nicht? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein und können die Vorschriften, insbesondere aus hygienischer Sicht, eingehalten, beziehungsweise die Auflagen überhaupt erfüllt werden? Alles Themenbereiche im Verein, die das Schützenmeisteramt im gleichen Maße wie die Mitglieder der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft von Altenkunstadt schon seit Monaten beschäftigen.

Viele Gemeinschaften, darunter auch die Schützengesellschaft von Altenkunstadt , haben ihre Festveranstaltung deshalb auch für dieses Jahr schon abgesagt.

Die Schützengesellschaft von Altenkunstadt ist darüber hinaus ständig im Gespräch mit dem Bayerischen Sportschützenbund, um abwägen zu können, wann und in welcher Form das Vereinsgeschehen grundsätzlich wieder aufleben oder weitergeführt werden kann.