Bringt eine Einbahnstraßenregelung in der Altenkunstadter Missionsstraße mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer oder schafft sie neue Probleme? Diese Frage sorgte am Dienstagabend im Bauausschuss für eine rege Diskussion. Für die Antragstellerin, Stephanie Dittrich von den Bündnisgrünen, steht fest: „Eine Einbahnstraßenregelung würde mehr Fußgängerfreundlichkeit und Barrierefreiheit in den Innenort bringen.“ Vor allem die Schulkinder würden davon profitieren, wenn sie über die Einbahnstraße zur Grundschule laufen, meint sie.

Derzeit verläuft der Schulweg über einen schmalen Gehweg in der Rechtsanwalt-Krauß-Straße. Dittrich könnte sich sogar vorstellen, die Straße komplett für den motorisierten Verkehr zu sperren – mit einem Poller in der Mitte. Mit einem reinen Fuß- und Radweg hätte man viel gewonnen, sagte sie.

Ein großer Teil des Gremiums sah dies jedoch anders. „Die bisherige Regelung hat gut funktioniert. Es hat bisher keinen Unfall gegeben“, betonte Bürgermeister Robert Hümmer ( CSU ). Aus der Missionsstraße eine Einbahnstraße zu machen, würde nur einen Schilderwald produzieren.

Neues Problem befürchtet

Nach Ansicht von Hans-Werner Schuster ( CSU ) würde man mit einer Einbahnstraße ein neues Problem schaffen. „Der Verkehr würde sich an der Einmündung von der Rechtsanwalt-Krauß-Straße in die Langheimer Straße stauen.“

Zur Vorgeschichte: Die Missionsstraße in Altenkunstadt war während der Sanierung der Weismainer Straße im Herbst vergangenen Jahres, als der Verkehr über den Innenort umgeleitet werden musste, zur Einbahnstraße erklärt worden. Nach Ansicht Dittrichs hat sich die Einbahnstraßenregelung in dieser Zeit bewährt und sollte wieder eingeführt werden.

Michael Lang , Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion in Lichtenfels, kam nach einer Verkehrsschau zu der Einschätzung, dass eine Einbahnstraßenregelung durchaus möglich sei. Seine Aussagen verdeutlichten aber auch, dass dabei jede Menge Punkte beachtet werden müssen. Es müsste eine entsprechende Beschilderung erfolgen und für den Fall der Zulassung des Radverkehrs in Gegenrichtung eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von maximal 30 Stundenkilometern angeordnet werden.

In der Diskussion wurde deutlich, dass sich viele ein Tempolimit wünschen. Allerdings nicht für die Missionsstraße, sondern für den gesamten Bereich von der Eisdiele in der Theodor-Heuß-Straße bis zur Grundschule in der Baiersdorfer Straße. Da es sich um eine Kreisstraße handelt, muss der Landkreis um Erlaubnis gefragt werden. Und der hatte bislang ein Tempolimit immer abgelehnt. Hümmer zeigte sich zuversichtlich, dass mit der Errichtung von Altenkunstadts neuer Mitte rund um die Raiffeisenbank der Landkreis seine Bedenken gegen eine Geschwindigkeitsverringerung aufgeben werde.

Auch kein Verkehrsversuch

Dittrichs Antrag wurde mit sieben zu drei Stimmen abgelehnt. Neben Dittrich hatten nur Maximilian Deuber von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) und Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) eine Einbahnstraßenregelung befürwortet. Auf den von Georg Deuerling vorgeschlagenen Kompromissvorschlag, die Einbahnstraßenregelung probeweise einzuführen, konnten sich die Ausschussmitglieder nicht verständigen.

Ein Investor aus Bad Staffelstein hat das Wahrzeichen Altenkunstadts, die Neumühle, durch seine Sanierungsarbeit zum Strahlen gebracht. Er hat der Gemeinde aber auch ein Parkproblem beschert. Statt auf dem Mühlengelände parken viele Bewohner der Neumühle in der Langheimer Straße. Die Dauerparker nehmen anderen Autofahrern die Parkplätze weg, was für Ärger sorgt.

Insgesamt 29 Stellplätze muss der Investor für die Mühle nachweisen, die eine Wohnanlage mit 19 Wohnungen beherbergt. Bis heute liegt kein Stellplatznachweis vor. Der Ärger darüber war im Gremium groß.

Die Diskussion ausgelöst hatte ein vom Investor eingereichter Tekturplan. Ausschussmitglieder drohten damit, ihre Zustimmung zu dem Tekturplan zu verweigern. Der Bauausschuss kam überein, den Punkt zurückzustellen, und forderte den Antragsteller auf, einen Stellplatznachweis einzureichen.