Seit dem Beginn der Corona-Krise verzeichnete der Landkreis Kronach im Juli erstmals einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahl. Aktuell sind 1548 Personen arbeitslos gemeldet, 13 weniger (-0,8 Prozent) als im Juni. Vor einem Jahr waren es 238 weniger gewesen (-18,2 Prozent). Es verloren 222 Menschen bzw. 63,6 Prozent weniger ihre Beschäftigung als in 2019.

Der starke Rückgang der Arbeitslosmeldungen hat jedoch keine konjunkturellen Gründe, sondern liegt an der Insolvenz der Firma Loewe vor einem Jahr und der damals damit verbundenen sofortigen Freistellung der Mitarbeiter. Gleichzeitig fanden so viele Personen eine neue Beschäftigung wie vor einem Jahr.

Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) stieg im vergangenen Monat um 7 oder 3,8 Prozent auf 193. Im Sommermonat Juli kommt es regelmäßig zu vermehrten Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen, die nach Abschluss der Berufsausbildung nicht übernommen wurden oder Abgänger von allgemein- und berufsbildenden Schulen waren. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Kronach liegt jetzt seit ei-nem Quartal gleichbleibend bei 4,0 Prozent (Vorjahr 3,4 Prozent).

Im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg- Coburg hat der Anstieg der Arbeitslosigkeit bereits im Juni deutlich an Dynamik verloren. Dies setzte sich auch im vergangenen Monat mit geringer Intensität fort. Die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeit, durch die Entlassungen vermieden werden, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Die Zahl der Ar-beitslosen erhöhte sich im Juli nur um 1,1 Prozent (+140 Personen) auf 13 342 Menschen. Das ist für Juli ein saisonüblicher Anstieg.

Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, zur aktuellen Lage am Arbeitsmarkt: "Die angespannte Situation am Arbeitsmarkt lässt seit einigen Wochen spürbar nach, auch wenn von Entwarnung noch nicht die Rede sein kann. Der Abwärtstrend scheint zum Stillstand gekommen zu sein. Die Neueinstellungen und Entlassungen bewegten sich im Juli wieder auf Vorkrisenniveau, und wir hatten einen saisonüblichen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Betriebe meldeten wieder rege neue Stellenangebote."

Bisher gab es laut Glos seit Beginn der Corona-Krise im Agenturbezirk Bamberg-Coburg lediglich Zahlen über die Anzeigen, d. h. voraussichtlich maximale geplante Kurzarbeit, jedoch nicht über die tatsächlich in Anspruch genommene. Diese liegen jetzt erstmals für den Monat März vor.

In jenem Monat waren im Agenturbezirk insgesamt 2374 Betriebe mit 19 284 (-936 als ursprünglich angezeigt) Arbeitskräften in Kurzarbeit. Im Februar waren lediglich 71 Unternehmen mit 2328 Arbeitnehmern betroffen.

Der Verkauf sowie die Gastronomie, die in den letzten Monaten sehr zurückhaltend waren, fahren seit einigen Wochen zusehends die Kurzarbeit herunter und stellen wieder ein. Die Nachfrage an Weiterbildungsangeboten steigt in den Betrieben.

Brigitte Glos: "Uns fällt auf, dass sich zunehmend Absolventen, die vom Betrieb noch keine oder lediglich eine mündliche Zusage auf Weiterbeschäftigung haben, vorsorglich bei der Arbeitsagentur melden. Jugendliche, bei denen die direkte Übernahme im Ausbildungsbetrieb nicht möglich ist, nutzen ab Herbst die Chance auf eine zweite Ausbildung. Da sich auch Schulabgänger sowie Studienabsolventen über die Sommermonate vorübergehend bei uns melden, rechne ich auch im August mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit." red