Der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (VlF) lädt einmal im Jahr zu einem Fachgespräch mit einem Landtags-, Bundestags- oder Europaabgeordneten ein. Am Freitagabend hieß Kreisvorsitzender Reinhard Kortschack mit MdL Leopold Herz nicht nur einen kompetenten Vertreter des landwirtschaftlichen Berufsstandes willkommen. Herz ist Mitglied des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie des Beirates der Bayerischen Staatsforsten.
Der Politiker betreibt selbst noch einen landwirtschaftlichen Betrieb in Wertach im Allgäu auf rund 1000 Höhenmeter als Almwirtschaft: "Es ist sehr wichtig, dass man auch Dinge selbst macht, von denen man spricht. Die Themen, von denen wir sprechen, sind aber nicht alle so erfreulich. Wir hatten bei uns in Wertach um 1990 noch etwa 80 milchviehhaltende Betriebe, jetzt sind es noch 35."
Aus seiner Arbeit im Landtag berichtete Herz, dass es für ihn als Vertreter der Freien Wähler alles andere als einfach ist, Anträge im Landwirtschaftsausschuss durchzubringen, "weil die CSU immer die Mehrheit hat". Zudem gebe es derzeit im Landtag ein großes Problem, denn die CSU-Fraktion mache eine andere Politik als sie Minister Helmut Brunner draußen verkündet: Die Wirklichkeit ist so, dass wir nächste Woche wieder eine Plenarsitzung haben und ich einen Dringlichkeitsantrag einbringen werde. Wir hatten in letzter Zeit eine heftige Milchkrise mit Preisen um die 20 Cent pro Liter. Da stellt sich die Frage: Macht Milcherzeugung noch Sinn? Natürlich fordern wir weiterhin die Ausgleichszahlungen, denn ohne die ginge es sowie nicht mehr."
Im Gespräch mit den Landwirten ging es dem Politiker darum, deren Sorgen und Wünsche aufzunehmen. Stellvertretender BBV-Kreisobmann Harald Peetz forderte, dass die jetzige Förderkulisse für die oberfränkischen Landwirte weiterhin Bestand haben muss: "Wir sind auf diese Förderung angewiesen." Am Samstag nahm MdL Herz noch an einer Sitzung des BBV-Kreisvorstandes teil.