Zum "Schlepper-Flashmob" trafen sich am Mittwoch Bauern in ganz Deutschland. Auch etwa 30 Bauern aus der Umgebung von Höchstadt beteiligten sich an der Aktion. Als Flashmob wird ein kurzes Auftreten, zum Beispiel an gut sichtbaren Orten oder stark frequentierten Straßen, bezeichnet. Dafür braucht es keine Genehmigung.

Die Landwirte aus dem Bereich Höchstadt hatten sich am späten Nachmittag mit ihren Schleppern rechts und links der B 470 zwischen Gremsdorf und der Autobahn A 3 aufgestellt. Der Verkehr habe sich etwas zurückgestaut. Zu größeren Behinderungen sei es aber nicht gekommen, wurde berichtet. Auch die Polizei war vor Ort. Nach etwa 30 Minuten zogen die Bauern wieder heimwärts.

Gedacht war die Aktion als Solidaritätsbekundung der deutschen Landwirte mit ihren Berufskollegen in den Niederlanden, die an diesem Tag gegen die Agrarpolitik demonstrierten. "Wir sitzen europaweit alle in einem Boot", sagte Alfred Winkler aus Kleinweisach im Gespräch mit dem FT. Die Bauern würden geopfert. Auf ihrem Buckel würden alle Umweltprobleme ausgetragen. Dabei gebe es viele andere "Baustellen", Kläranlagen beispielsweise, wo Handlungsbedarf wäre.

Von der Politik, sowohl in Berlin als auch in Brüssel, fühlen sich die Landwirte "verarscht". Die Flut von Forderungen und Auflagen seien nicht mehr zu bewältigen. Den Unmut der Bauern macht Winkler am Beispiel der Randstreifen deutlich: Seit 1. August 2018 seien Randstreifen gesetzlich vorgeschrieben. Aber es habe keine Verordnung gegeben. "Keiner wusste, wie das umgesetzt werden sollte." Auch über das schlechte Image in der Bevölkerung ärgern sich die Landwirte maßlos. "Wenn wir mit dem Güllefass rausfahren, halten sich Passanten die Nase zu."

Jetzt heiße es abwarten, wie es weitergehen soll. Wichtig wäre, wenn sich die vor- und nachgelagerten Bereiche wie Saatgut- oder Futtermittelunternehmen anschließen würden. Aufhören dürfe man jetzt jedenfalls nicht. Da sich nicht nur die Landwirte aus der Region einig.