Der Landkreis Kulmbach hat seine Hoffnung, für die bevorstehende Sanierung der Dreifachsporthalle Weiher Fördermittel des Bundes zu bekommen, noch nicht aufgeben. Der Kreisausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, einen erneuten Vorstoß zu unternehmen, das Programm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" anzuzapfen.

Im Falle einer Förderzusage sollen die notwendigen Arbeiten von 2021 bis 2023 umgesetzt werden.

Der Landkreis Kulmbach wird sich finanziell am Projekt "Gestalt" beteiligen. Der Beschluss im Kreisausschuss fiel einstimmig. Das Projekt knüpft an die Ergebnisse des 1. Kulmbacher Gesundheitsberichts und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen an. Der Fokus liege auf der gesundheitlichen Chancengleichheit, erläuterte Annekatrin Bütterich, die die Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus am Landratsamt leitet.

Kosten übersichtlich

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) sprach von "übersichtlichen Kosten", die auf die Jahre 2021 bis 2024 verteilt würden, und attestierte der Gesundheitsmanagerin eine ausgezeichnete Arbeit. Die Gesamtfördersumme bezifferte er auf 129 660 Euro, der Eigenanteil des Landkreises liege bei 9501 Euro.

Annekatrin Bütterich erinnerte an die breit angelegte Bestands- und Bedarfsanalyse, die ein großer Meilenstein auf dem Weg zur Gesundheitsregion plus gewesen sei. Der daraus resultierende 1. Kulmbacher Gesundheitsbericht stehe online als Download zur Verfügung. Aus den gewonnenen Daten und Erkenntnissen seien bereits Handlungsempfehlungen entwickelt worden. Besonders im Blick habe man die Zielgruppe der Senioren, deren Lebenserwartung immer höher werde. Gleichzeitig sei ein Anstieg verschiedener Krankheitsbilder zu erwarten. Demenzielle Erkrankungen zum Beispiel stellten für Betroffene und Angehörige eine große Belastung dar. "Die Prävention beziehungsweise die Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung sollen deshalb fokussiert werden", so Bütterich.

Und genau hier setze das "Gestalt"-Projekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an. "Es bietet eine niederschwellige Möglichkeit, körperlich aktiv zu werden, ohne Teilnehmer dabei zu überfordern", erläuterte die Gesundheitsmanagerin. Gefördert werde das Projekt über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen. Den größten Anteil der Ausgaben bildeten die Personalkosten mit rund 113 000 Euro.

Digitalisierung schreitet voran

Die Digitalisierung am Landratsamt Kulmbach schreitet weiter voran. Wie Michael Beck feststellte, brauche eine digitale Gesellschaft auch eine moderne Infrastruktur.

"Der Glasfaser-Ausbau wird in den nächsten Jahren entscheidend sein im ländlichen Raum." Die Breitbandversorgung sei eine zentrale kommunale Daueraufgabe.

Die Verwaltung des Landkreises hat Beck zufolge in diesem Jahr für die Fortführung des kommunalen Behördennetzes, die Weiterentwicklung des interkommunalen geografischen Informationssystems und die Vorbereitung des Gigabitausbaues verschiedene Förderprogramme beantragt und auch bereits Zuwendungsbescheide über insgesamt 120 000 Euro erhalten.

Der Kreisausschuss ermächtigte Landrat Klaus Peter Söllner, die noch erforderlichen Aufträge zu vergeben. Martin Bernreuther (CSU) und Simon Moritz (SPD) baten darum, den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur der Öffentlichkeit im Landkreis noch stärker bekannt zu machen.