Sie ist auf vielen Bühnen ihrer Heimatgemeinde Himmelkron zu Hause. Ihr Herz schlägt besonders für die Betreuung behinderter Menschen. Sie ist Schriftführerin des örtlichen Gartenbauvereins und engagierte Gemeinderätin. Zumindest in Himmelkron weiß man jetzt, wer gemeint ist: Pia Aßmann, die auch beruflich zahlreiche Begabungen vorweisen kann.

Die 53-Jährige ist pharmazeutisch-technische Assistentin, geprüfte Heilpraktikerin und Berufsbetreuerin. Pia Aßmann ist zweifellos eine "stille Heldin". Sie selbst sagt über sich: "Ich glaube, ich habe ein gewisses Helfer-Syndrom." Seit 17 Jahren ist Pia Aßmann ehrenamtlich in der Betreuung behinderter Menschen tätig, das Ehrenamt wurde ihr von ihren Eltern Peter und Waltraud Aßmann in die Wiege gelegt. "Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der das Ehrenamt gelebte Praxis ist. Die Arbeit in den Vereinen habe ich so von klein auf mitbekommen und bin da förmlich hineingewachsen."

Ihr beruflicher Weg begann vor 30 Jahren in der Main-Apotheke in Himmelkron als Apothekenhelferin, hier ist sie auch heute noch beschäftigt. In ihrer täglichen Arbeit lernte Pia Aßmann auch die Himmelkroner Heime kennen. Sehr schnell ergaben sich Freundschaften mit den Bewohnern: "Diese Freundschaften sind im Laufe der Zeit gewachsen. Irgendwann hieß es dann, es gäbe da eine Ursel im Heim, die bräuchte einen Betreuer. Ich habe auch gleich zugesagt, denn mir hatte es schon immer gefallen, Menschen zu betreuen."

"Das hat auch mir gut getan"

Ursel betreue sie nun schon seit 17 Jahren. Sie ist 72 Jahre alt und hatte nie eine Familie. "Ich konnte erleben, wie sie durch meine Betreuung aufgeblüht ist, und im gleichen Maße hat das auch mir gut getan." Sehr schnell kamen weitere ehrenamtliche Betreuungen dazu - Pia Aßmann spricht von "ihren Kindern". Auch gemeinsame Urlaub standen schon auf dem Programm. Als Dankeschön reiche ihr ein Lächeln oder eine Umarmung. "Die Arbeit ist für mich auch ein Stück weit Erfüllung."

Manchmal ist sie auch Seelsorgerin, hört sich die Probleme ihrer Schutzbefohlenen an. "Man muss auch manchmal Nein sagen können", räum sie ein. Ganz wichtig sei ihr, dass ihre Eltern und ihr Lebenspartner hinter ihr stehen und sie unterstützen.

Sehr schnell spürte auch die Leitung der Himmelkroner Heime, dass die Betreuungsarbeit von Pia Aßmann nicht nur für die behinderten Menschen wertvoll ist, sondern auch ein Gewinn für die Einrichtung. Die Folge: Die 53-Jährige wurde 2010 in den Betreuerbeirat gewählt und bekam fortan auch Einblicke in die diakonische Arbeit der Heime. Zwei Jahre später bestimmte man sie zur Ersten Sprecherin des Beirats, wenig später schloss sie sich dem Förderverein an. Vor zwei Jahren trat sie die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden Erich Popp an.

Viel bewegt

"Ich bin da in große Fußstapfen getreten. Mit dem Geld des Fördervereins können wir für die Bewohner der Heime Gutes tun. Da wurde in der Vergangenheit sehr viel bewegt."

2016 gründete Pia Aßmann einen Betreuer-Stammtisch: "Der Zweck unseres Vereins ist die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements der Betreuer. Ich hatte gemerkt, dass es in dieser Arbeit viele Fragen gibt, die man nicht so einfach beantworten kann. Einige Freunde haben sich dann einfach zusammengesetzt." Vor zwei Jahren kletterte Aßmann noch eine Stufe höher und ließ sich zur Berufsbetreuerin weiterbilden. So ganz nebenbei ist sie nunmehr in der zweiten Amtsperiode Mitglied der CSU-Fraktion im Gemeinderat, Vorsitzende der Frauen Union von Himmelkron und Schriftführerin des Gartenbauvereins Himmelkron. Zeit für die Familie bleibt dennoch: "Ich nehme sie mir einfach."