"Wir sind zufrieden mit dem Leben und sehen, was gut und schön ist", sagt Kurt Moritz, der mit Ehefrau Gerda am Samstag die eiserne Hochzeit feierte, und fährt fort: "Dass eine Ehe 65 Jahre hält, da spielt der Glaube schon eine Rolle."
Darauf entgegnet Gerda Moritz: "Und einer muss für den anderen da sein." Die beiden 94-Jährigen lernten sich im Alter von 14 Jahren in ihrer Kirchengemeinde in Potsdam kennen.
Danach verloren sie sich aus den Augen. Kurt Moritz heiratete, doch seine erste Frau starb sehr früh. Für seine beiden Kinder suchte er eine Mutter, für sich eine Partnerin. "Ich wollte aber nur die Beste", meint der Jubilar. Er erinnerte sich an Gerda, die mittlerweile nach Berlin gezogen war. Allerdings hatte er keine Adresse - nur eine Vermutung, welche Kirche sie besuchen könnte. Dort fuhr er hin, traf sie wieder. Sie heirateten im Alter von 29 Jahren. "Ich habe sie damals mit 14 Jahren so eingeschätzt, wie ich sie heute noch sehe", meint der Jubilar.


Quer durch Deutschland

Gerda Moritz war von seiner Spontanität und seinem ganzen Wesen angetan. Kurt Moritz lernte den Beruf des Tischlers, ging zur Marine und arbeitete nach dem Krieg für verschiedene Unternehmen.
Gerda Moritz arbeitete beim Arbeitsamt. Die beiden haben vier Kinder, sechs Enkel und zwei Urenkel. Als ihre schönste Zeit bezeichnen die beiden die Zeit, als Kurt Moritz im Emanuel-Krankenhaus in Berlin arbeitete. Die vier Kinder waren klein und die Familie unternahm Reisen in und um Deutschland herum. "Manchmal haben wir erst auf der Autobahn entschieden, wohin es gehen soll", erzählt Moritz. Nach vielen Umzügen zogen die beiden vor 15 Jahren nach Heiligenstadt, wo es ihnen sehr gut gefällt.
Zum Gratulieren kam Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit). Er las auch einen Brief vom Ministerpräsidenten Horst Seehofer vor. Außerdem hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geschrieben.