Das Hofer Umland ist landschaftlich reizvoll. Wenn dann inmitten der Natur noch die Kunst hinzu kommt, ist das eine perfekte Symbiose. Für ein Wochenende war daher der Hof "Autengrüner Land" im Oberkotzauer Ortsteil genau die richtige Adresse, um besondere Unikate anzuschauen und sich umgeben von saftigem Grün wohlzufühlen.

Als Blickfänge erwiesen sich die am verwitterten Scheunenholz angebrachten Acryl-Gemälde des Neudrossenfelders Lutz-Benno Kracke, ebenso die großflächigen Bilder des Münchberger Künstlers Udo Rödel. Der direkt auf der Wiese auch Objekte aus einem Mix aus Stein, Holz und Stahl präsentierte. Er nennt das Fundstücke, die er irgendwo in der näheren Region aufgelesen und später individuell bearbeitet hat. Die Werke der beiden heimischen Künstler ergänzte der Berliner Konrad Zander mit markanten Skulpturen, geboren aus Material von Alteisendepots. Der benachbarte Kastanienhof bot zusätzlich Gelegenheit, die 16-jährige Nachwuchsbegabte Charlotte Köppel vorzustellen, die Alltagsgegenstände in Kunst verwandelt.

Was den Tag noch interessant machte, war die Vernissage in der Galerie im Bürgerzentrum Münchberg, denn eine Parallel-Ausstellung im kurzen zeitlichen Abstand ist auch in dieser Gegend eine Rarität. In den lichtdurchfluteten Räumen ist eine Gesamtschau aus vielen Malerjahren von Lutz-Benno Kracke zu sehen, 40 Bilder von ihm hängen an den weiß getünchten Wänden. Der frühere Vorsitzende der Neudrossenfelder Künstlervereinigung "focus europa" denkt nicht um Ecken, sondern besticht in seinen Motiven durch Geradlinigkeit und spektakuläre Einfachheit.

Sein Künstlerfreund Udo Rödel hielt die Laudatio, nannte ihn einen Mann, "der Kunst durch seine häufigen Reisen in verschiedenen Ländern kontaktfähig macht": Die von Kracke organisierten europäischen Ausstellungen seien Kult. Und Rainer Ott, Kulturreferent der Stadt Münchberg, meinte zur Eröffnung der Vernissage, "dieser Kunststil hier ist klar und strukturiert in Form und Farbe". Er biete die Möglichkeit, die Gedanken zu sammeln.