Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr feierte die Türkisch-Islamische Gemeinde jetzt zum zweiten Mal "Kermes". Zwar klingt das türkische Wort "Kermes" ähnlich wie das deutsche Wort Kirmes, hat aber wenig damit zu tun. Die "Kermes" versteht sich als Fest, das dem Austausch und dem Verständnis der Kulturen untereinander dienen soll.
Die Türkisch-Islamische Gemeinde unter dem Dachverband DITIB hat seit 30 Jahren ihr Zuhause in der Judengasse, wo sich auch die Mevlana-Camii-Moschee befindet.


Austausch ist wichtig

Vorsitzender Mehmet Ali Cakir freute sich, dass das Fest auch von der Lichtenfelser Bevölkerung gut angenommen wurde. Er unterstrich die Bedeutung des kulturellen Austausches. Es fiel auf, dass in diesem Jahr das Interesse der Landkreisbevölkerung ausgesprochen groß war. "Wir wollten einfach zeigen, dass wir Interesse an anderen Kulturen haben", sagt Claudia Scheler zu ihrer Motivation, das Fest zu besuchen.
Die Gemeinsamkeiten hoben auch die Redner des offiziellen Teils hervor. Zuvor waren die türkische und deutsche Nationalhymne erklungen. Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner würdigte den Charakter der Veranstaltung.
Das Kulturfest sei dazu da, sich gegenseitig besser kennenzulernen. Es gefiel ihr besonders, dass neben der türkischen auch die deutsche Nationalhymne erklungen war.
Danke für die Einladung sagte auch Pfarrerin Tanja Vincent. "Das Kulturfest ist eine tolle Sache, weil es viele Menschen zusammenbringt", sagte die Geistliche. Sie erinnerte an das deutsche Erntedankfest, das jedes Jahr groß gefeiert werde. Mit Blick in die Runde stellte die Pfarrerin fest, dass einige sicher auch wegen des Essens gekommen seien. "Die wissen, dass es hier gut schmeckt."


Auch das Essen verbindet

Ein Weg, um eine Kultur besser kennenzulernen, führt eben auch über das Essen. Auch beim zweiten Kermesfest in Lichtenfels wurden Geselligkeit und gemeinsame Speisen groß geschrieben. Sei es Lahmacun, die türkische Pizza mit Rinderhackfleisch, die türkischen Frikadellen Adana Köfk oder Gözleme, jene Fladen mit Spinat- oder Käsefüllung, um nur einige zu nennen.
Auch die Liebhaber süßer Speisen und Kuchen kamen nicht zu kurz. Bei dem Angebot dürfte manchen die Auswahl schwer gefallen sein. Allein 40 Kilogramm Teig wollte verarbeitet sein. Neben türkischem Kaffee gab es auch türkischen Tee. Während sich die Kinder auf der großen Hüpfburg vergnügten oder sich schminken ließen, konnten sich die Erwachsenen den kulinarischen Angeboten widmen. Im Gegensatz zum Vorjahr regnete es diesmal nicht.
Auch im nächsten Jahr solle es wieder ein Kulturfest geben, versprach abschließend Vorsitzender Mehmet Ali Cakir.