Wenn Geflüchtete zu Gastgebern werden

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Unter der „Küchen-Regie“ von Mohammed Dawoud (links) hatte das Team des Café Dialogs ein vielfältiges Mittagsbuffet zusammengestellt.Matthias Schneider
Unter der „Küchen-Regie“ von Mohammed Dawoud (links) hatte das Team des Café Dialogs ein vielfältiges Mittagsbuffet zusammengestellt.Matthias Schneider

Es roch nach Kreuzkümmel und Heimat zugleich: Gewürze, frische Kräuter, das leise Klappern von Tellern und vor allem fröhliche Gespräche erfüllten am vergangenen Wochenende das Evangelische Gemeindehaus im Schatten der Christuskirche. Das Café Dialog, das Begegnungscafé der Kirchengemeinde, hatte zum Internationalen Mittagsbuffet eingeladen — ein Dankeschön der Geflüchteten an die Kirchengemeinde, die Stadt und an die Menschen, die ihnen in den letzten Jahren zur Seite standen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Gemeinde und der Region kamen.

Über Tage hinweg hatten Geflüchtete aus Syrien, Irak, Iran und weiteren Ländern gemeinsam mit Angelika Geyer und dem Team des Café Dialogs gekocht, dekoriert und vorbereitet. Das Ergebnis war ein farbenfrohes, vielfältiges Buffet: arabische, persische, deutsche, italienische und weitere Speisen reihten sich aneinander und luden zu einer kulinarischen Reise ein. Die Geflüchteten wurden an diesem Tag selbst zu liebevollen Gastgebern — Menschen, die sonst oft Unterstützung erhalten, empfingen nun mit großer Herzlichkeit und sichtbarer Freude diejenigen, die ihnen eine neue Heimat bieten.

In ihrer Begrüßungsansprache skizzierte Angelika Geyer die Bedeutung des Begegnungsortes: „Das Café Dialog ist mehr als ein Treffpunkt - es ist Anlaufstelle, Beratungsort und Lern- und Lebensort zugleich. Dieses Café zeigt, wie Menschen unterschiedlichster Nationalität miteinander leben können. Es zeigt: Integration ist möglich“, erklärte Angelika Geyer.

Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass die politische Lage die Arbeit immer schwerer mache: Kürzungen bei Fördermitteln, schrumpfende Angebote an Deutschkursen und die Abschiebung gut integrierter Menschen stellten nachdrücklich die Frage nach der Zukunft solcher Angebote. Ein kraftvolles politisches Zeichen setzte in diesem Zusammenhang Burgkunstadts neue Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen mit ihrem Besuch.

Die gemeinsame Vorbereitung und die intensiven Probekochtage hatten noch einen weiteren Effekt: Viele Gespräche entstanden am Buffet, Menschen kamen ins Erzählen, lachten, fragten nach Rezepten und Lebensläufen. Gerade diese persönliche Begegnung zeigte, wie Integration im Kleinen gelingt — durch gemeinsame Erlebnisse und das Teilen von Alltäglichem.

Besonders erfreulich war die breite Unterstützung: Neben persönlicher Anerkennung gingen großzügige Spenden ein, die die Arbeit des Begegnungscafés unmittelbar fördern werden. Für das Team war dies ein wichtiges Signal. Die Aktion „Internationales Mittagsbuffet“ war somit ein deutliches Zeichen, dass Begegnung und Integration in Burgkunstadt sichtbar gelebt werden.mts