Abwasser: In einem Wahlkrimi ging der Vorsitz nach Wirsberg

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Es war eine kleine Sensation: Erstmals in der Geschichte des Zweckverbandes ging der Vorsitz nach Wirsberg: Bürgermeister Jochen Trier erklärte, dass er das Beste für alle Mitgliedsgemeinden wolle.Sonny Adam
Es war eine kleine Sensation: Erstmals in der Geschichte des Zweckverbandes ging der Vorsitz nach Wirsberg: Bürgermeister Jochen Trier erklärte, dass er das Beste für alle Mitgliedsgemeinden wolle.Sonny Adam

Mit diesem Ausgang bei der konstituierenden Sitzung hatte kaum jemand gerechnet: Der Zweckverband Abwasserbeseitigung der Schorgasttalgemeinden wird künftig erstmals von der Marktgemeinde Wirsberg geführt, ausgerechnet dem Markt, der unter dem damaligen Bürgermeister Hermann Anselstetter wegen Baumängeln einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem Zweckverband geführt hatte. Der Rechtsstreit endete erst im Jahr 2022 mit einem Vergleich.

Nachdem die bisherige Vorsitzende Doris Leithner-Bisani ( CSU ), ehemalige Bürgermeisterin aus Ludwigschorgast einen kurzen Rückblick gehalten hatte und zur Wahl aufrief, schlug die Untersteinacher Bürgermeisterin Cornelia Wehner ( SPD ) den Kupferberger Bürgermeister Peter Sandler-Schiffauer ( CSU ) als Vorsitzenden vor. Doch Iris Blätterlein aus dem Wirsberger Gremium hielt dagegen und brachte den Wirsberger Bürgermeister Jochen Trier (FW) ins Spiel.

Die Wahl ging knapp aus. Fünf Stimmen entfielen auf den Kupferberger Bürgermeister Peter Sandler-Schiffauer, der Wirsberger Bürgermeister Jochen Trier konnte sechs Stimmen auf sich vereinen. Dies ist als kleine Sensation zu werten, die es so in der Geschichte des Zweckverbandes noch nicht gegeben hat. Gleichzeitig ist die Wahl wohl auch ein deutliches Zeichen dafür, dass der einstige Streit endgültig ad acta gelegt ist.

Kein Kirchturmdenken

Der Wirsberger Bürgermeister Jochen Trier betonte, dass an der Verwaltung und am Sitz des Zweckverbandes nichts gerüttelt wird. „Es gibt E-Mail, es gibt Telefon und Untersteinach ist gar nicht so weit von Wirsberg entfernt“, sagte Jochen Trier in seiner lockeren Art und fügte noch hinzu: „Ich werde aber auch etwas öfter im Verwaltungsgebäude in Untersteinach sein.“ Trier versprach, stets das Beste für alle Mitgliedsgemeinden im Blick zu haben. „Keiner von uns hat Kirchturmdenken. Für mich ist das Miteinander wichtig - wir müssen offen miteinander kommunizieren“, betonte er und freute sich auf seine neue Aufgabe.

Im Zweckverband sind neben Untersteinach und Wirsberg auch die Stadt Kupferberg, Ludwigschorgast und Guttenberg vertreten. Der Wirsberger Bürgermeister Jochen Trier bringt neun Jahre Erfahrung als Gemeinderat mit und steht seit sechs Jahren an der Spitze des Marktes Wirsberg. „Ich sage es mal so: Ich habe mein Amt im Griff, ich bin schon sechs Jahre dabei. Ich weiß, was im Abwasserzweckverband passiert“, so Trier. Er bedankte sich bei seiner Amtsvorgängerin Doris Leithner-Bisani für die Arbeit, für die Bewältigung von schwierigen Zeiten.

Doch nicht nur um die Leitung des Gremiums wurde gekämpft, sondern auch um den Stellvertreterposten. Wieder traten zwei Kandidaten an: Die Untersteinacher Bürgermeisterin Cornelia Wehner nominierte den Bürgermeister der Stadt Kupferberg, Peter Sandler-Schiffauer, während Gemeinderätin Iris Blätterlein aus Wirsberg dieses Mal Untersteinachs Bürgermeisterin Cornelia Wehner ins Rennen schickte. Erneut fiel die Entscheidung denkbar knapp aus: Peter Sandler-Schiffauer erhielt fünf Stimmen, Cornelia Wehner setzte sich mit sechs Stimmen durch und wurde zur stellvertretenden Zweckverbandsvorsitzenden gewählt.

Im Anschluss beratschlagte das Gremium über die Geschäftsordnung. Sie soll unverändert aus der vergangenen Legislaturperiode übernommen werden. Auch die Entschädigungssatzung bleibt bestehen. Der Verbandsvorsitzende erhält weiterhin eine monatliche Aufwandsentschädigung von 208,96 Euro, die Stellvertretung 76,99 Euro pro Monat.