von unserem Redaktionsmitglied 
Michael Busch

Herzogenaurach — Renate Menges ist richtig verärgert. So verärgert, dass sie sich beim Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach, German Hacker (SPD), ebenso beschwert, wie auch die Presse über einen aus ihrer Sicht unglaublichen Vorfall informiert.
Was ist passiert? Im Stadtmuseum Herzogenaurach lief eine Werkschau "Malerei in der VHS". Einige der Kursteilnehmer, so auch die Beschwerdeführerin, hatten sich bereit erklärt, an den Sonntagen für Fragen der Besucher und kleine Führungen zur Verfügung zu stehen. Am vergangenen Sonntag wäre Menges an der Reihe gewesen.
Sie schildert: "Ich hatte mich gut vorbereitet, aber leider war das Stadtmuseum an diesem Tag während der gesamten ausgehängten Öffnungszeit nicht geöffnet." Nicht nur Menges war schwer enttäuscht, "sondern auch eine ganze Reihe Besucher". In der Folge rief sie beim Kulturamt an, um anzufragen, was an diesem Tag gewesen sei. Doch die erreichte Dame habe sie an die Museumsmitarbeiter verwiesen. Menges beschwert sich: "Die Dame hat überhaupt nicht begriffen, worum es hier geht, um Führung und Kontrolle durch Vorgesetzte." Die aufgeregte Briefeschreiberin gibt zu: "Das Stadtmuseum hat zwei Mitarbeiter und die können auch mal gleichzeitig verhindert sein." Aber dafür müsse es einen Notfallplan geben, den der Vorgesetzte kenne. Und sie führt weiter aus: "Der muss auch den Kopf dafür hinhalten, wenn der versagt."
Menges erwarte von den städtischen Mitarbeitern, die wiederum sehr gut bezahlt würden, "eine sehr gute Arbeit". Daher beschwert sie sich offiziell beim Bürgermeister über die aus ihrer Sicht sehr schlechte Arbeit im Kulturamt.
Das wiederum, aber nur am Rande erwähnt, ist für das Stadtmuseum gar nicht zuständig. Dieses ist, wie alle anderen städtischen Einrichtungen auch, dem Hauptamt unterstellt. In der Sache klärt Bürgermeister Hacker auf, der bereits am Montag mit einer E-Mail an die Beschwerende reagiert hat. "Ich habe die Mail erhalten und sofort recherchiert, was vorgefallen ist." Es sei richtig, dass das Museum geschlossen sei. "Ein Mitarbeiter hat nicht geöffnet, dafür habe ich mich auch entschuldigt." Weiterhin habe man intern geklärt, wie man solch einen Fall in Zukunft verhindern könne und eine entsprechende Maßnahme ergriffen.
Zu der Aussage des "sehr gut Bezahltwerdens", erklärte Hacker auf Anfrage, dass die Städtischen Mitarbeiter in Herzogenaurach wie in allen Kommunen Westdeutschlands nach dem entsprechenden Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt werden. "Ob dies ,sehr gut' sei, muss die Schreiberin der Mail selbst beurteilen." Es liegt in Herzogenaurach keine davon abweichende Bezahlung vor.
Eine zweite Randbemerkung: Menges beendet ihren Brief mit der ausdrücklichen Bitte an das Stadtoberhaupt: "Ich brauche keine Antwort von Ihnen und auch keine Entschuldigung; shit happens. Aber bitte sorgen Sie dafür, dass Vorgesetzte auch wissen, wofür sie bezahlt werden."