Bei der Dorferneuerung kommt wieder Bewegung in den fast zweijährigen Stillstand, der für so manchen gefühlt eine Ewigkeit dauerte. Bürgermeister Rainer Detsch beließ es bei der Gemeinderatssitzung am Montag zunächst bei einem Rückblick auf die 2015 begonnene einfache Dorferneuerung , die vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) in Bamberg gefördert wird.

Beim Besuch der Schule für Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim wurden erste Ideen geboren und die Vorgehensweise festgelegt. Im Sinne der Ziele der Dorferneuerung sollten die Bürger bei der Gestaltung ihres eigenen Lebensraumes mitwirken. Dies taten die Mitglieder der Projektgruppe mit großem Engagement. Behutsames Vorgehen im Einklang mit den Menschen, der Natur und der Umwelt war eine Richtschnur. Altes sollte bewahrt und gutem Neuen eine Chance gegeben werden. Die dörflichen Strukturen wolle man in Reitsch erhalten, Gemeinschaft und Brauchtum fördern, hieß es damals, und etliche Reitscher legten sich mit Begeisterung ins Zeug.

„Mehr Lebensqualität“

Bürgermeister Detsch betonte, dass mit den Maßnahmen der Dorferneuerung die Lebens- und Wohnqualität im Dorfkern erheblich gesteigert werde. Bis Mitte 2019 wurden zwei Brücken über den Grünbach im Ortskern erneuert.

Inzwischen gab es ein Starkregenereignis ganz in der Nähe, bei dem der kleine Ort Eila fast zu ersaufen drohte. Dies brachte auch ein Umdenken in wasserrechtlicher Vorgehensweise. Das Wasserwirtschaftsamt stellte neue Berechnungen zum Hochwasserschutz an. Neben dem Durchfluss des Wasserlaufes sollte aber auch die Attraktivität des kleinen Gewässers durch die Ortsmitte gewährleistet sein. Drumherum konnten zwar einige Maßnahmen ausgeführt werden, aber der große Wurf blieb aus und man blickt heute noch auf die marode Ortsdurchfahrt und hat eine Menge von Absperrungen im Ort.

Dass es nun weitergeht, darüber informierte der Rathauschef nun die Gemeinderäte . Er wolle aber auch einer Bürgerversammlung mit den Reitscher Bürgern nicht vorgreifen, die bald stattfinden solle, wenn es die Corona-Bedingungen erlauben. Und dazu werde man auch einen neuen Förderbescheid abwarten. Die Ortsdurchfahrt bleibe in diesem Jahr jedenfalls geöffnet.

Jörg Roth ( SPD ) brachte die Überlegung ein, die Vorfahrtsregelung rechts vor links einzuführen.

Wanderwege sollen gepflegt werden

Auf Antrag der Freie-Wähler-Fraktion soll Bewegung in die Markierung, Ausweisung und Pflege von Wanderwegen rund um Stockheim kommen. Ein virtuelles Dorfgespräch habe ergeben, dass viele Bürger großes Interesse an einer attraktiven Gestaltung ihrer Gemeinde zeigen, erläuterte Rudi Jaros den Antrag der FW. Er schlug eine Ausschreibung zum Erstellen von Wanderwegen in und um die Großgemeinde vor. Die Vorschläge aus der Bürgerschaft könnten nach Vorstellung der FW-Fraktion mit kleinen Sachpreisen prämiert werden.

Bürgermeister Detsch informierte dazu, dass die Gemeinde bereits seit einiger Zeit mit der Nachbarkommune, dem Markt Pressig , wegen des Ausbaus und einer attraktiven Gestaltung der Wanderwege in Verbindung stehe. Jederzeit sei ehrenamtliches Engagement erwünscht und willkommen.

Jürgen Weißerth ( CSU ) sah dies auch als ein bestimmendes Thema des virtuellen Dorfgespräches. Man solle den Frankenwaldverein einbeziehen und auch Interessierte dazu animieren, das Amt eines Wegewartes auszuüben. Aus dem Gremium könnten zwei bis drei Gemeinderäte die Angelegenheit in die Hand nehmen und Verbindung mit dem Frankenwaldverein aufnehmen, aber auch die Nachbargemeinden in Thüringen mit einbeziehen.

Hedwig Klinger (FW) meinte, man müsse auf jeden Fall die Bürger mehr mit einbeziehen. Jürgen Wöhner (FW) sah sehr positive Ansätze und auch die Einbindung des Frankenwaldvereins sei sehr positiv zu bewerten. Das Gremium sprühte nur so vor Ideen – zur Freude des Rathauschefs.

Verlust bei der Wasserversorgung

Kämmerin Eva Kotschenreuther berichtete über den Jahresabschluss 2019 der Wasserversorgung der Gemeinde, der durch den bayerischen Kommunalen Prüfungsverband erstellt wurde. Die Bilanzsumme beträgt 3,592 Millionen Euro. In der Gewinn- und Verlustrechnung ist für 2019 ein Jahresverlust von 91 599,19 Euro ausgewiesen. Im Vergleich zum Vorjahr (146 000 Euro Jahresverlust) hat sich die Ertragslage um rund 55 000 Euro verbessert. Die Jahresrechnung wurde einstimmig festgestellt.