Susanne Deuerling Der Wald , speziell hier im Frankenwald und noch präziser im Oberen Rodachtal, ist in den letzten Jahren vor allem durch den Borkenkäfer sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Auf großen Flächen ist schon gar nicht mehr die Rede von einem Wald , nur noch von einigen übriggebliebenen standhaften Bäumen, die den Gegebenheiten trotzen.
Es gibt inzwischen viele Initiativen, hier Abhilfe zu schaffen, aber der Weg zu einem neuen, gesunden Wald ist noch weit. Eine dieser Initiativen ist „Mein Baum für den Frankenwald“, sie wurde im Sommer 2024 aus einer Idee heraus geboren, die im Zuge des „Work Land Life – Landleben auf Probe“ im Nordwald Space in Nordhalben entstanden ist.
Aufforstung mit Spenden
Nun steht sie endlich komplett auf professionellen Füßen, es ist alles geklärt, rechtlich, steuerlich und alles was dazu gehört. Nachdem nun ein Jahr der Vorbereitungen und Formalitäten vorbei ist und das Projekt so richtig in Fahrt kommen muss, ist es Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen.
2052 Bäume wurden bisher gespendet, hier sind neben den einheimischen Sponsoren auch Großspenden von Firmen deutschlandweit dabei. Neue Partnerschaften sind entstanden, so mit dem Frischen Wind Nordhalben, etlichen Firmen, die die Bäume als Weihnachtsgeschenke ordern und Interesse bei Großkunden im gesamten Bundesgebiet. Flyer werden verteilt an die Gastronomie, Tourismusbüros und andere Anlaufstellen. Es kommen viele gezielte Anfragen danach, was gepflanzt wird.
Im Frühjahr musste die angekündigte Pflanzaktion wetterbedingt abgesagt werden. Gerade mal mit der Grundschule konnte eine kleine Aktion stattfinden. Doch der Dezember war noch eine gute Zeit für die jungen Setzlinge. Und so luden Thomas Häntsch und Florian Beierwaltes zu einer Pflanzaktion auf dem Gemeindegebiet Steinwiesen bei Birnbaum ein.
Anschaulich stellte der Baumexperte dar, welche Bäume für die Aufforstung passen und je nach Standort neu angesiedelt werden. Das sind zum Beispiel die Tanne und Lärche, aber auch Esskastanie, Baumhasel, Roteiche, Bergahorn , Wildapfel, Flatterulme und Erle. Revierleiterin Katharina Flügel bezeichnete den Wildwuchs von Brombeere, Himbeere und Holunder als großes Problem, sie nehmen jungen Pflanzen das Licht und die Nährstoffe weg.
Es braucht viel Pflege, um den Wald wieder Stück für Stück aufzubauen. Auch die richtigen Geräte müssen zum Einsatz kommen, im Oberen Rodachtal gibt es viele Steilhänge, steinige Böden und große Herausforderungen. Von Lochspaten über Hohlspaten bis hin zum Göttinger Fahrradlenker kommt alles zum Einsatz. Und nach dem Pflanzen muss der kleine Setzling noch geschützt werden durch einen Drahtschutz, der später wieder entfernt wird.