Der geplante Neubau einer Lager- und Gerätehalle in Fischbach sorgte in der Sitzung des Bauausschusses der Stadt Kronach für Zündstoff. Die Firma Munding Tech möchte die Halle in einem allgemeinen Wohngebiet errichten. Nachdem das Gremium darüber bereits in der April-Sitzung diskutiert hatte, wurde der abgeänderte Bauplan nunmehr erneut eingereicht – und abermals abgelehnt.

„In einem allgemeinen Wohngebiet können ausnahmsweise ,nicht störende Gewerbebetriebe‘ zugelassen werden. Der Betrieb einer Lagerhalle, in der regelmäßig Waren umgeschlagen werden und Staplerverkehr herrscht, kann aber nicht als ein solcher Betrieb bewertet werden“, verdeutlichte Nikolai Freiherr von Brandis, der als Nachfolger von Stadtplaner Daniel Gerber erstmals der Sitzung beiwohnte.

Der Bauherr hatte seinen im November 2021 eingereichten Antrag auf Vorbescheid im Januar 2022 zurückgezogen. Zwischenzeitlich erfolgten Telefonate und Schriftverkehr mit ihm und seinem Planer mit dem Ziel, eine auf das Ortsbild besser abgestimmte Planung zu erarbeiten. Am 28. März ging ein Schreiben einer Nachbarin ein, in dem sich diese deutlich gegen das geplante Bauvorhaben wendete. Mittlerweile führte der Antragsteller vor Ort nicht mit der Stadtverwaltung abgestimmte Baumfällungen, teilweise auf städtischen Grund, durch. Trotz erfolgter Anpassungen im Plan widerspricht das Vorhaben weiterhin verschiedenen Festsetzungen.

Knackpunkt bleibt jedoch in erster Linie, so der Stadtplaner, dass es sich um einen störenden Gewerbebetrieb handle. Von daher sei der Bauantrag abzulehnen, „selbst wenn man denn anders wollen würde“.

Gibt es Ermessensspielraum?

„Ich denke, dass das Gremium durchaus Ermessensspielraum hat und man eine Ausnahme zulassen könnte“, meinte dagegen Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU). Der Bauherr habe doch mitgeteilt, die Halle in erster Linie als Lagerort zu nutzen. Ein großes Verkehrsaufkommen sei daher ebenso wenig zu erwarten wie ein erhöhter Geräuschpegel.

„Wir hatten im April einen Beschluss mit neun zu null. Daran hat sich nichts geändert – außer, dass jetzt noch mehr Gründe dazugekommen sind, den Antrag abzulehnen“, zeigte sich Klaus Simon (SPD) „fassungslos“, während er auch noch einmal seinem Ärger über die eigenmächtig vorgenommene Baumfällung gehörig Luft machte.

Das Gremium erteilte sowohl dem Bauherrn als auch der Anwohnerin das Wort. „Die Halle kommt doch nicht mitten ins Wohngebiet“, bekundete der Bauherr , dass diese an der Straße liege und zu seiner Firma beziehungsweise zur ortsansässigen Baufirma hin zeige. Man störe niemanden, sondern halte die Ruhezeit von 22 bis 7 Uhr ebenso ein wie Sonn- und Feiertage.

„Eine Halle passt da nicht rein“, beharrte die Anwohnerin auf ihrer Meinung. Wie solle man sich bei einem solchen Lärm und Verkehr erholen? Auch befürchtete sie eine Wertminderung für ihr Haus: „Wer kauft denn ein Haus, wenn eine Halle danebensteht?“

Matthias Simon (FW), Martina Zwosta (FL), Claudia Wellach und Winfried Lebok (beide CSU) teilten ebenso wie Klaus Simon (SPD) die Ansicht des Stadtplaners, das entsprechende Vorgaben eingehalten werden müssten. Hans Simon (SPD) begrüßte es, wenn Firmen expandieren wollten, in diesem Fall sei es aber rechtlich nicht möglich. Man sollte versuchen, der Firma so weit wie möglich zu helfen. „Eine Lagerhalle muss doch nicht in ein Wohngebiet. Man kann doch auch 200 oder 300 Meter fahren“, schlug er vor.

Differenzierter sah das Ganze Dritter Bürgermeister Bernd Liebhardt (CSU). Er appellierte, das Verfahren weiterlaufen zu lassen und die Entscheidung der Genehmigungsbehörde zu überlassen. Die Chancen für eine Genehmigung erachtete er zwar als gering, jedoch sei dies das Risiko des Bauherrn . „Wir sollten uns im Ausschuss nicht instrumentalisieren lassen – weder von der einen, noch von der anderen Seite“, betonte er.

Er und die Bürgermeisterin standen am Ende mit ihrer Meinung alleine da. Alle weiteren Gremiumsmitglieder sprachen sich gegen das Bauvorhaben aus.

Leuchtturmprojekt im neuen Licht

Das Kommunalunternehmen des Lucas-Cranach-Campus beantragte eine Änderung der bestehenden Leuchtwerbeanlagen für seine Gebäude in der Güterstraße in Form einer nunmehr vierfachen Gebäudebeschriftung. Hinsichtlich der Leuchtwerbeanlage in Richtung Altstadt befürchtete der Stadtplaner eine Einwirkung auf den historischen Altstadtaufbau. Zugunsten des Ensembleschutzes und Erscheinungsbilds sollte man keine Genehmigung erteilen.

Matthias Simon (FW) schlug als Kompromiss vor, die leuchtende Werbung nur an drei Seiten anzubringen und sie an der vierten Seite, in Richtung Altstadt, lediglich aufzumalen. Winfried Lebok (CSU) regte an, den Schriftzug mit indirekter Beleuchtung durch Strahler ins Licht zu setzen. Damit zeigte sich das Gremium einverstanden. Für die drei übrigen Seiten wurde der Bauplan wie beantragt genehmigt.