Nachdem das Gotteshaus am 19. September 1905 von Erzbischof Friedrich Philipp von Abert feierlich eingeweiht worden war, konnte Wilhelmsthal im Jahr 2005 bereits das 100. Kirchweihfest feiern. Auf Wunsch des damaligen Pfarrers Herbert Fischer , der Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinde St. Josef sollte das in die Jahre gekommene Bauwerk zum großen Jubiläum wieder in seiner ursprünglichen Pracht erstrahlen. Daher fand damals im Vorfeld zwischen 2001 und 2004 eine umfassende Sanierung statt. Rund 20 Jahre später hatten starke Beschädigungen, vor allem an der Außenfassade, teilweise aber auch im Inneren der Kirche weitere Maßnahmen dringend erforderlich gemacht. Diese konnten jetzt abgeschlossen werden.

„Die Außenfassade war durch Frost- und Witterungsschäden stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch einige Fenster wiesen zum Teil deutliche Ausbrüche an den Fenstergewänden auf“, verdeutlicht Architekt Peter Kropf. Die Kirche erhielt einen neuen Anstrich in einem abgetönten Weiß.

Im Innenbereich erfolgten vor allem energetische Maßnahmen wie die energiesparende Umstellung der Leuchtmittel auf LED, worauf man auch im Außenbereich setzt. Hinzu kamen weitere Maßnahmen wie der Austausch der Heizpumpe.

Die Finanzierung

Insgesamt bewegen sich die Kosten in einem Volumen von rund 460 000 Euro, wobei die Außenfassade mit rund 300 000 Euro zu Buche schlägt. Dankenswerterweise gewährt das Erzbischöfliche Ordinariat in Bamberg einen Zuschuss von 65 Prozent und somit circa 300 000 Euro. Rund 16 000 Euro (etwa 3,5 Prozent) steuert die Gemeinde Wilhelmsthal bei. Die übrigen 30 Prozent der Kosten, circa 145 000 Euro, trägt die Pfarrei. Da die Kirchenstiftung über eine Rücklage von 50 000 Euro verfügt, müssen demzufolge noch rund 100 000 Euro über ein Darlehen aufgebracht werden.

Einnahmen fehlen

„Das ist für uns ein enormer Kraftakt“, verdeutlicht Kirchenpfleger Bernd Peter, insbesondere vor dem Hintergrund, dass coronabedingt Einnahmen wie aus dem Sommerfest oder Weihnachtsmarkt fehlten und die Baupreise stark angestiegen seien. Deswegen wäre man für Spenden der Bevölkerung sehr dankbar.

„Die Preise sind konjunkturbedingt regelrecht explodiert, und zwar für jedes Gewerk“, schließt sich ihm Peter Kropf an. Leider gab es auch mehrmalige Unterbrechungen beim Gerüstbauer aufgrund von Corona-Fällen unter den Mitarbeitern. Auch der lange letzte Winter und starke Regenfälle hätten die Arbeiten erschwert und verzögert. Insgesamt sei die Maßnahme mit großen Herausforderungen verbunden, jedoch überfällig gewesen.

Die Maßnahmen betrafen zunächst die West- sowie die Süd- und die Ostseite der Außenfassade, wo die Schäden am gravierendsten waren. Nachdem man mit den veranschlagten Kosten hingekommen war, konnte erfreulicherweise im Anschluss daran auch die Nordseite angegangen werden.

Die Fassaden-Sanierung oblag der Firma Heinrich Schmid GmbH & Co.KG aus Grub am Forst; für das Gerüst zeichnete für die West- als auch für die Süd- und die Ostseite die Firma Lakner Gerüstbau aus Münchberg sowie für die Nordseite die Firma Gerüstbau Lindner aus Sonneberg verantwortlich.

Bereits erneuert wurde die Uhren- und Glockensteuerung der Kirche . Die Außenarbeiten sind damit komplett abgeschlossen. Im Jahr 2022 stehen noch verschiedene kleinere Arbeiten im Innenbereich an.

Die Pfarrei und das Bild

„Es handelt sich dabei um Maßnahmen, die eigentlich schon bei der Sanierung vor 20 Jahren hätten erfolgen sollen“, informiert Bernd Peter. Darüber hinaus soll das im Jahr 2018 von Erzbischof Ludwig Schick geweihte Bild vom barmherzigen Jesus mehr in den Blickpunkt gerückt werden.

Die besondere Beziehung der Pfarrei zu diesem Bild erklärt die jüngere Geschichte: Im Zuge der Generalsanierung der St.-Josefskirche wurden am 14. März 2004 anlässlich der Weihe des neuen Volksaltares neben Reliquien des heiligen Bruders Konrad aus Altötting und der heiligen Crescentia Höß aus Kaufbeuren auch eine der heiligen Schwester Faustyna Kowalska beigesetzt. Diese gilt als eine der größten Mystikerinnen des 20. Jahrhunderts und – so der Bamberger Oberhirte – „große Künderin der Barmherzigkeit Gottes“. Zur Verbreitung dieser Botschaft gehört auch die Verehrung des Bildes mit der Unterschrift „Jesus ich vertraue auf dich“.

Eine weitere Besonderheit der Beziehung der Pfarrei zur heiligen Faustyna ist die Tatsache, dass das Jahr der Kirchweihe 1905 auch das Geburtsjahr der Schwester Faustyna (mit bürgerlichem Namen Helena Kowalska, geboren am 25. August 1905) ist.

Großes Lob vom Architekten Selig

Das Bild ist aktuell in der Pfarrkirche am hinteren Seitenaltar zur Verehrung aufgestellt. Eine neue würdevolle Hintergrundkonstruktion soll dessen Kostbarkeit noch stärker akzentuieren und seine Bedeutung herausstellen.

Bei einem Besuch vor Ort zollte der Architekt Sandro Selig von der Bauabteilung des Erzbischöflichen Ordinariats Bamberg allen Verantwortlichen der herausfordernden Sanierungsmaßnahmen ein großes Lob und zeigte sich vom guten Gelingen sehr angetan.