Der vergangene Samstag wäre auch der Termin der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes Kronach in Haig gewesen. Der Musikverein Haig lud 2019 den Kreisverband ein, seine Generalversammlung bei ihnen abzuhalten. Nachdem die Generalversammlung 2019 entschieden hatte, dass der Termin vom Herbst auf den Januar des Jahres verlegt werden sollte, fand 2020 keine Sitzung statt. Dennoch sollte der erste Online-Stammtisch diese Generalversammlung nicht ersetzen, zumal auch Wahlen anstehen würden, die man nicht online durchführen wollte.

Kreisvorsitzender Wolfgang Müller begrüßte seine Vorsitzenden und Dirigenten und stellte noch einmal alle durch Corona ausgefallenen musikalischen Events vor, die den Landkreis Kronach weit über seine Grenzen bekannt gemacht hätten. Seien es das Bundesbezirksmusikfest in Stockheim, verschiedene Kreismusikfeste, aber ebenso die Arbeitsphasen mit dem Kreisorchester Kronach oder dem Kreisseniorenorchester mussten abgesagt werden. Neben den Konzerten fielen auch die Ausflüge der beiden Kreisorchester aus, was die Belohnungsfahrten für die Jugendlichen und Senioren für ihre musikalischen Bemühungen gewesen wären.

Keine Ausbildung

Stillstand gab es auch bei den Ausbildungsmöglichkeiten des Kreisverbandes und des Bezirks. Die letzten Kurse zum Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze fanden im Herbst 2019 statt. Die Kurse 2020 entfielen - teilweise konnten die Jugendlichen aus den Kursen 2019 erst im Sommer ihre Prüfungen abschließen. Im Präsenzunterricht fanden in Nordfranken bisher keine Kurse statt. Der Süden von Franken hat aufgrund seiner dichteren Musikschulstrukturen bereits auf die Online-Durchführung in diesem Herbst gesetzt. Für den Kreisverband Kronach stellte Lehrgangsbeauftragter Holger Pohl kurz die Möglichkeiten und die Änderungen eines Online-Lehrgangs im Vergleich zu einem Präsenzunterricht vor. Kernpunkt dabei seien einmal die veränderten Kurszeiten, da jeder Schüler seine individuelle Praxiszeit bei seinem Dozenten bekommt, zum anderen läge die Verantwortung auch wieder mehr bei den Vereinen, da man in diesem Online-Lehrgang kein betreutes Üben mehr anbieten könne.

Im Anschluss stellten die Vorsitzenden bzw. Dirigenten ihre Vereinssituation seit dem Lockdown kurz vor. Überwiegend konnte man die große Sorge um die Zukunft raushören.

Gedrückte Stimmung in den Vereinen

Viele Vereine sorgen sich besonders um ihren Nachwuchs, aber auch um eine Zeit nach Corona. Wird es Feste mit 2000-Mann-Bierzelten, Festzügen durch Städte und Gemeinschaftschöre zu Musikfesten überhaupt noch geben? Gerade die Jugendorchester bangen um ihre Musiker, da diese im Vergleich zu vielen Traditionskapellen noch nicht die langjährige Bindung zu ihrem Verein haben. So haben die Nachwuchsprogramme vieler Vereine durch Corona einen erheblichen Dämpfer bekommen. Mühsam aufgebaute Spielgruppen oder Gruppen der musikalischen Früherziehung liegen seit Monaten brach. Auch haben viele Bläserklassenmitglieder ihre Verträge abgebrochen und bereits ihre Instrumente wieder abgegeben. Neue Bläserklassen haben sich in diesem Schuljahr überhaupt nur vereinzelt bilden können.

Viel konnten die Musikvereine nicht proben, trotzdem versuchte fast jeder Verein irgendwie ein kleines Highlight in den vergangenen Monaten zu setzen. Proben im Freien, im Wald, Online-Zusammenkünfte oder Online-Proben wurden probiert. Auch kleine, spontane Standkonzerte wurden gerade noch vor dem zweiten Lockdown durchgeführt.

Perspektiven fehlen

Wann wird der nächste Auftritt sein? Wann wird die erste Probe in gewohnter Weise wieder stattfinden können? Dieses Jahr zeigte aber gerade die Advents- und Weihnachtszeit , aber auch Feiertage wie der Volkstrauertag, wie still es werden kann, wenn keine Musik da ist, keine Kapelle versucht, einen stimmungsvollen Rahmen zu zaubern oder einfach nur begleitend anwesend zu sein.

Ohne uns wird es still, so die Meinung der Teilnehmer. Trotzdem versuchen die Vereine, das wenige Positive nicht zu vergessen. So konnten Probenräume renoviert oder gestrichen, Notenmaterialien sortiert und Hygienekonzepte überarbeitet werden. Man hofft auf einen Spielbetrieb in naher Zukunft und dass gerade die altgedienten Aktiven auch nach Corona ihrem Verein weiter treu bleiben.

Seitens des Präsidiums versicherte stellvertretender Präsident Thomas Kolb, dass man alles tun würde, den Vereinen zu helfen. Es wurde bereits einiges an finanziellen Hilfen an die Vereine weitergegeben.

Über weitere Hilfen, die sich gerade Vereine für den Unterhalt eines Probenraumes zum Beispiel, wünschen würden, werde zurzeit auf allen Ebenen verhandelt.

Die Teilnehmer

Teilgenommen haben: Musikvereine Birnbaum, Friesen, Glosberg , Haig, Ludwigstadt, Neufang, Neukenroth, Nurn, Grössau-Posseck, Rothenkirchen, Schauberg, Teuschnitz, Wickendorf, Wilhelmsthal, Büddl-Express Jugendorchester Kronach , Küpser Orchester . red