Trotz des längeren Wintereinbruchs und des seit vier Monaten bestehenden Lockdowns, der im Dezember nochmals verschärft wurde, stieg die Arbeitslosigkeit in der Region in den letzten vier Wochen nur geringfügig. Im Landkreis Kronach kletterte sie im Februar leicht um 1,1 Prozent (+19 Menschen) auf 1711 Personen. Die Zahl der Arbeitslosen liegt hier um 18,0 Prozent (+261 Personen) über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Januar weiterhin 4,4 Prozent (Vorjahr 3,8 Prozent).

Aus dem Landkreis Kronach wurden im Februar 181 Jobangebote dem Arbeitgeberservice gemeldet. Das sind 14,6 Prozent mehr (+23) als im Vorjahr. Aktuell sind im Bestand 621 sozialversicherungspflichtige Stellen, 1,1 Prozent mehr (+7) als vor zwölf Monaten.

Der Arbeitsmarkt der Agentur Bamberg-Coburg umfasst sieben Gebietskörperschaften: Stadt und Landkreis Bamberg, Stadt und Landkreis Coburg sowie die Landkreise Forchheim, Kronach und Lichtenfels. Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt verlief in den einzelnen Regionen jedoch unterschiedlich. So begann die Arbeitslosigkeit bereits in den Landkreisen Coburg (-1,3 Prozent), Forchheim (-0,8 Prozent) und Lichtenfels (-0,1 Prozent) leicht zu sinken. Im Landkreis Bamberg (+1,9 Prozent), der Stadt Coburg (+1,2 Prozent), dem Landkreis Kronach (+1,1 Prozent) und der Stadt Bamberg (+1,0 Prozent) erhöhte sie sich noch geringfügig.

Agenturweit erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen im Februar lediglich um 0,5 Prozent bzw. 65 Personen auf 14 336. Im letzten Jahr, kurz vor der Corona-Krise, war die Zahl der Arbeitslosen aufgrund der frühlingshaften Temperaturen bereits um 2,4 Prozent gesunken. Die Arbeitslosigkeit liegt im Agenturbezirk Bamberg-Coburg aktuell um 22,8 Prozent bzw. 2 659 Personen über dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote zählt wie im Januar 4,1 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 3,3 Prozent.

In ihrer Einschätzung zur aktuellen Situation stellt Brigitte Glos, die Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, fest, dass es trotz des verlängerten Lockdowns keine größeren Freisetzungen gab und die Arbeitslosigkeit nur ganz leicht stieg. Glos: "In den stark betroffenen Branchen, wie dem Einzelhandel, Tourismus und der Gastronomie seien Mitarbeiter , insbesondere Minijobber, Ungelernte und Befristete bereits in den ersten Monaten der Krise entlassen worden. Die Kernbelegschaft halten sie seitdem und nutzen bei Bedarf die Kurzarbeit. Normalerweise stellen sie im Frühjahr für die kommende Saison wieder ein. Bisher tat sich hier sehr wenig. In der Forstwirtschaft und im Bauhandwerk gab es trotz des winterlichen Wetters bereits erste Wiedereinstellungen."

Lediglich bei den jungen Erwachsenen bis 25 Jahre sei die Arbeitslosenzahl im letzten Monat um 9,4 Prozent (+125) auf 1 456 gewachsen. Im Februar erhöhe sich regelmäßig kurzfristig die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen, da einige nach dem Abschluss ihrer Lehre in den zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Metall-, Elektro- und anderen technischen Berufen nicht übernommen werden. Der Anstieg, so Glos weiter, fiel heuer jedoch doppelt so hoch aus wie im letzten Jahr vor der Krise. "Mittelfristig brauchen sich die Betroffenen aber keine Sorgen machen. Es fragen bereits Betriebe bei unserem Arbeitgeberservice nach, die die Gunst der Stunde nutzen, um an frischgebackene Fachkräfte zu kommen.

Der Stelleneingang zieht seit einigen Wochen wieder spürbar an."

Knapp ein Jahr nach Beginn der Krise schwebe über der konjunkturellen Entwicklung jedoch weiterhin das Damoklesschwert einer steigenden Infektionsdynamik, so Brigitte Glos. Und dennoch würden zunehmend Befristungen wieder verlängert, anstatt auszulaufen. Berufliche Qualifizierungen wie zum Berufskraftfahrer seien seit kurzem wieder möglich. Erste Schritte für wirtschaftliche Lockerungen stünden in den kommenden Tagen an. Glos: "Ich rechne daher damit, dass im März die Frühjahrsbelebung in der Region, wenn auch deutlich schwächer als in früheren Jahren, zunehmend an Fahrt gewinnt und die Arbeitslosigkeit leicht zurückgehen wird."